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Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Wie komme ich zu einem Stromspeicher?

Ein Stromspeicher kann den Eigenverbrauch Ihres selbst erzeugten Solarstroms deutlich erhöhen, Kosten sparen und die Versorgungssicherheit verbessern. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt zu Ihrem Speicher kommen.  

ein Paar steht mit einem Bauplan vor einer PV-Anlage

Schritt 1: Planung & Bedarfsermittlung 

Bevor ein Speicher installiert wird, sollte der Strombedarf analysiert werden. Das hilft, die passende Dimension zu wählen. Zu große Speicher sind unwirtschaftlich. Zu kleine Speicher können im Bedarfsfall nicht ausreichend Strom zur Verfügung stellen. 

Speichergröße und Wirtschaftlichkeit berechnen

Ein Stromspeicher sollte zur PV-Anlage und Ihrem Stromverbrauch passen.

Als Faustformel für die richtige Speichergröße gilt:  
Speichergröße in Kilowattstunden (kWh) = Größe der PV-Anlage in Kilowattpeak (kWp) x 1,5

Bei durchschnittlichen Bedingungen können damit rund 70 % des von der eigenen PV-Anlage erzeugten Stroms selbst verbraucht werden. 

Mit dem kostenlosen Berechnungstool SUSI kann die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Speichergrößen überschlägig berechnet werden. 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass weder die Faustformel noch das Berechnungstool eine detaillierte Planung durch Fachleute ersetzt.

In Neubauten kann der Speicher direkt in die Elektroplanung integriert werden. Bei Bestandsgebäuden muss geprüft werden, ob die Elektroinstallation angepasst werden muss.

Schritt 2: Auswahl des Speichersystems 

Art des Stromspeichers 

Lithium-Ionen-Akkus sind die erste Wahl, um Strom im Haushalt zu speichern. Sie können oft aufgeladen und entladen werden (Ladezyklen), sie haben eine hohe Energiedichte (Speicherkapazität pro kg oder m3) und einen hohen Wirkungsgrad. Auch der stetig fallende Preis macht den Einbau von Lithium-Ionen-Akkus interessant. 

Natrium-Ionen Akkus kommen ebenfalls zum Einsatz. Sie haben eine geringere Energiedichte und benötigen deshalb etwas mehr Platz, beinhalten aber weniger umweltschädliche Materialien und kritische Rohstoffe. 

Art der Installation 

Es werden zwei unterschiedliche Installationsarten für Stromspeicher angeboten: 

Beim DC-gekoppelten Stromspeicher (von Direct Current = Gleichstrom) wird der Akku zwischen der PV-Anlage und dem Wechselrichter installiert und direkt mit dem erzeugten Gleichstrom geladen.  
Dieses System ist sehr effizient, weil Umwandlungsverluste vermieden werden. Am einfachsten erfolgt die Installation gemeinsam mit der PV-Anlage, wobei ein sogenannter Hybrid-Wechselrichter zum Einsatz kommt. Bei der Nachrüstung bestehender Solaranlagen ist darauf zu achten, dass der vorhandene Wechselrichter mit dem nachträglich installierten Speicher kompatibel ist.

Beim AC-gekoppelten Stromspeicher (von Alternating Current = Wechselstrom) wird der Akku zwischen Wechselrichter und dem Hausnetz montiert. Für die Speicherung muss der Wechselstrom aus dem Wechselrichter wieder in Gleichstrom umgewandelt werden. Dieses System hat höhere Umwandlungsverluste, ist aber sehr flexibel. AC-Systeme sind ideal, wenn bei einer bestehenden Solaranlage ein Stromspeicher nachgerüstet werden soll. 

So wie Photovoltaik-Anlagen können auch Speichersysteme entweder 1-phasig oder 3-phasig ausgeführt werden. Bei einphasigen Speichersystemen wird nur eine Phase des Hausstromnetzes mit dem Speichersystem verbunden. Nur Geräte, die an dieser Phase angeschlossen sind, können mit gespeichertem Strom betrieben werden. Mittlerweile gibt es immer mehr dreiphasige Speichersysteme. Sie können alle drei Phasen im Haus mit gespeichertem Strom von Ihrer PV-Anlage versorgen. 

Schritt 3: Angebotseinholung & Beratung 

Die Angebote sollten bei fachkundigen Betrieben eingeholt werden. Dabei sollten die Erkenntnisse aus Schritt 1 (Planung & Bedarfsermittlung) und Schritt 2 (Auswahl des Speichersystems) berücksichtigt werden, um ein passendes Angebot zu erhalten.

Zusätzlich lohnt es sich, eine unabhängige Beratung, wie die Online-Infovorträge oder Vor-Ort-Beratung der Energieberatung NÖ, zu nutzen – so erhalten Sie auf Ihre Situation abgestimmte Empfehlungen und Informationen zu Fördermöglichkeiten, Speichergrößen und Installation. 

Schritt 4: Förderung beantragen

Eine Förderung für Stromspeicher wird von der Bundesregierung regelmäßig in Form eines Investitionszuschusses angeboten.  

Schritt 5: Installation & Montage 

Die Montage sollte durch einen zertifizierten Elektrofachbetrieb erfolgen. 

Stromspeicher werden meist im Technikraum, Keller oder Garage montiert. Dabei müssen Brandschutzbedingungen berücksichtigt werden. 

Ein Raum für einen stationären Stromspeicher gilt laut OIB-Richtlinie als Raum mit erhöhter Brandgefahr, dementsprechend müssen bestimmte brandschutztechnische Vorkehrungen getroffen werden. Klären Sie dies mit Ihrem Elektrofachbetrieb. 

Bei kleineren Speichern, wie sie in Privathaushalten üblich sind, müssen diese Anforderungen nicht erfüllt werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:   

  • stationäre Akkuanlagen mit einem Energieinhalt bis höchstens 3 kWh, 

  • stationäre Akkuanlagen, die nach den anerkannten Regeln der Technik für Sicherheitsanforderungen geprüft sind, mit einem Energieinhalt bis höchstens 20 kWh in Gebäuden der Gebäudeklasse 1, Reihenhäusern der Gebäudeklasse 2, wobei im Aufstellungsraum ein unvernetzter Rauchwarnmelder angeordnet sein muss, sowie, 

  • stationäre Akkuanlagen, die nach den anerkannten Regeln der Technik für Sicherheitsanforderungen geprüft sind und über Maßnahmen gegen „thermal runaway“ verfügen, mit einem Energieinhalt bis höchstens 100 kWh in Garagen und auf überdachten Stellplätzen mit jeweils nicht mehr als 250 m² Nutzfläche. 

(Details siehe OIB-Richtlinie 2, Abschnitt 3.9 Räume mit erhöhter Brandgefahr) 

Schritt 6: Inbetriebnahme & Speichermanagement 

Nach der Inbetriebnahme steht der Speicher zur Nutzung zur Verfügung. Batteriespeicher-Systeme sind in der Regel zur Erzielung eines möglichst hohen Eigenverbrauchs optimiert (konventionelle Stromspeicherung). 

Soll ein Stromspeicher netzoptimiert arbeiten, zeitabhängiges Laden und Entladen ermöglichen oder dynamische Stromtarife nutzen, können die Einstellungen des Batteriespeichers angepasst werden.

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