Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Fenster – die Alleskönner

Fenster sind wahre Alleskönner. Sie schützen vor Wind und Wetter, sparen Energie und bewahren uns vor unangenehmen Schall. Diese Vielzahl an Aufgaben erfüllen Fenster höchster Qualität. Natürlich versorgen Sie uns aber vorrangig mit Tageslicht.

Eine Hand beim Öffnen des Fensters. Regelmäßig Lüften ist gesund!

Fenster bringen Licht in unsere Wohnräume und gewähren uns einen Blick auf die Umgebung. Sie sollen weder Kälte noch übermäßige Hitze ins Haus lassen. Um diese Aufgabe gut zu erfüllen, sind die Wahl eines erstklassigen Fensters und eine angemessene Dimensionierung der Glasflächen notwendig.

Achten Sie beim Fensterkauf auf den Gesamt-U-Wert

Die Dämmeigenschaft eines Fensters wird durch den Gesamt-U-Wert mit dem Kürzel Uw („w“ steht für window) angegeben. Je geringer der Wert, desto besser ist das Fenster gedämmt.
Der Gesamt-U-Wert setzt sich aus drei Kennwerten zusammen:

  • dem Wärmedämmwert des Rahmens (Uf)
  • dem Wärmedämmwert der Verglasung (Ug)
  • den Dämmeigenschaften des Glasrandverbundes (Ψ, sprich "psi")

Erstklassige Fenster haben einen Gesamt-U-Wert von Uw = ca. 0,8 W/m²K. Sie haben einen gedämmten Fensterrahmen, eine Verglasung mit 3 Scheiben und einen umlaufenden Glasrandverbund aus Kunststoff oder Edelstahl.

Fenster schaffen im Winter und im Sommer Höchstleistungen

In der Winterzeit stellen Fenster von der Dämmwirkung gesehen eine Schwachstelle dar. Auch die besten Fenster am Markt (Passivhaus-Fenster) dämmen wesentlich schlechter als die Wand. Dennoch kann die richtige Fensterwahl während der Heizperiode viel Energie sparen und sich äußerst positiv auf die Behaglichkeit im Wohnraum auswirken.

Im Sommer nehmen Hitzetage und Tropennächte zu, ein eindeutiges Zeichen der Klimakrise. Hitzetage haben ein Temperaturmaximum über 30 °C. Tropennächte haben ein Temperaturminimum von mehr als 20 °C. Um im Sommer eine Überwärmung im Wohnraum zu verhindern, sind die Ausrichtung der Fenster, ihre Größe und die Qualität der Verglasung entscheidend. Der sogenannte "g-Wert" gibt an, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Innenraum gelangt. Ein niedriger g-Wert lässt weniger Wärme in den Raum.

Oft sind Beschattungssysteme unentbehrlich. Sonst fungiert ein Fenster im Sommer leicht als Heizkörper. Eine Terrassentür kann dann mit 1000 Watt Wärmeleistung den Raum aufheizen. Schon bei der Planung hilft es daher, den Anteil an Glasflächen mit Bedacht zu dimensionieren. Beachten Sie besonders Dachflächenfenster, die unbeschattet im Sommer zur Überwärmung beitragen. Sehr alte Häuser verfügen über kleinere Fensterflächen und massive Wände um die einfallende Wärme aufzunehmen, eine Beschattung ist hier meist nicht notwendig.

Verschattungsleistung unterschiedlicher Systeme

Die ÖNORM bietet eine Orientierung für die Fähigkeit unterschiedlicher Verschattungen. Je niedriger der Abminderungsfaktor z, desto besser wirkt der Sonnenschutz: 0,27 bedeutet, dass nur 27 Prozent der Sonnenenergie im Innenraum zu Wärme umgewandelt wird.

Quelle: Ö-Norm B 8110-3
z-Wert Art der Beschattung
0,27 Außenjalousie, Raffstores, Fensterläden
0,32 Verschattungswirksame Vordächer, Balkone
0,43 Markisen
0,75 Vorhänge, Innenjalousien (je nach Farbe)
1 Keine Abschattung
Eine Außenjalousie schützt vor sommerlicher Überwärmung.
Außenjalousien sind ein hervorragender Sonnenschutz, sie haben den besten Verschattungsfaktor.

Der fachgerechte Fenstereinbau

Beim Fenstereinbau ist auf wärmebrückenfreien und luftdichten Anschluss zu achten. Hier sind Profis gefragt! Einschäumen war gestern, Fenster werden heute nach ÖNORM B 5320 (Deutschland RAL-Montage) eingebaut. So wird ein perfekter Einbau gewährleistet.

Häufig werden die Fensterstöcke bündig an die Maueraußenkante gesetzt. Bei größeren Dämmstärken werden die Rahmen an Winkeln befestigt und in die Dämmebene gesetzt.

Wird bei einer Sanierung ein Wärmedämmverbundsystem verwendet, ohne die Fenster zu tauschen, muss auf alle Fälle die Fensterlaibung gedämmt werden.
Bei der Sanierung eines Kastenfensters wird am Innenflügel ein 2-Scheiben Wärmeschutzglas und am Rahmen eine umlaufende Gummilippendichtung montiert. Im äußeren Flügel bleibt die Einfachverglasung und es wird keine Dichtung eingebaut. Dieser Trick verhindert das Beschlagen der äußeren Scheibe und liefert auch zufriedenstellende Dämmwerte.

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