Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Mobilität Services und Zukunft der Mobilität

Unsere gesellschaftlichen Mobilitätsanforderungen werden sich in Zukunft ändern. Individualisierte Mobilität unter dem Motto „Nutzen statt Besitzen“ bringt einen Mix aus Verkehrsmitteln, die geteilt (sharing) und intelligent kombiniert werden. Statt immer das private Auto zu nutzen, wird für jeden Weg die bequemste, günstigste und klimafreundlichste Kombination an Verkehrsmitteln verwendet.

Eine Person übergibt eine Zugangskarte für ein Carsharing-Elektroauto an eine andere Person.

Gesellschaftliche Veränderung

Einer der größten Treiber von Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ist der Megatrend Individualisierung. Er bestimmt den Wandel der Mobilität und die Nachfrage nach neuen Mobilitätsangeboten.

Durch Individualisierung steigt der Bedarf an sehr flexiblen Mobilitätsangeboten um den Lebensalltag besser meistern zu können. Das betrifft sowohl den Arbeitsalltag als auch die Freizeit. 

Smart Mobility: Der langsame Abschied vom privaten Auto

Es ist zu erwarten, dass das private Auto seine alles dominierende Stellung verliert, die es bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts hatte. Die Mobilität verschiebt sich deutlich zu einem Mix aus Verkehrsmitteln, die geteilt und intelligent kombiniert werden. Multimodalität, also Bahn & Bus intelligent kombiniert mit e-Auto, Rad & Sharing-Angeboten, ermöglicht bequeme, günstige und nachhaltige Mobilität im Alltag wie auch auf Reisen.

Der Öffentliche Verkehr ist das Rückgrat eines funktionierenden und klimafreundlichen Verkehrssystems. Für die Erreichung der Klimaziele muss sein Anteil am Verkehr deutlich steigen. Um eine klimarelevante Reduktion des CO2-Ausstoßes zu erzielen, reicht es nicht aus den einen oder anderen Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen. Erst durch Veränderung des täglichen Mobilitätsverhaltens kommt es zu einer nachhaltigen Klimaentlastung. Lassen Sie den eigenen PKW stehen und kombinieren Sie nachhaltige Mobilitätsservices wie Radfahren, zu Fuß gehen, Bahn und Bus.

Grafik: Die Bahn verursacht 0,14 Tonnen Kohlendioxid pro Person bei 10.000 km Fahrtstrecke. Der private Benzin- oder Diesel-PKW verursacht für dieselbe Strecke 2 Tonnen Kohlendioxid - die 14 - fache Menge.
Der private Benzin- oder Diesel-PKW verursacht vierzehn Mal so viel Kohlendioxid pro Person wie eine Bahnfahrt.

Ein Pkw mit Verbrennungsmotor verursacht im Schnitt pro Personenkilometer 15-mal so viel CO2 wie die Bahn in Österreich

Zugang statt Besitz (Sharing)

Individuelle Mobilität wird künftig nach dem Access (Zugang)-Prinzip funktionieren: Menschen kaufen sich den Zugang, nicht den Besitz von Mobilitätsprodukten. „Nutzen statt besitzen“  oder sharen lautet die Devise, welche die Logik der Fortbewegung im 21. Jahrhundert bestimmen wird. Das erfordert ganz andere Geschäftsmodelle. Die Anforderungen an die zeitliche und örtliche Flexibilität steigen ebenso, wie jene an die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln. Die Fülle an Carsharing-Anbietern und Plattformbetreiber wie Uber sind prominente Beispiele für neue Geschäftsmodelle, die Mobilität nach dem Access-Prinzip auf Basis von Netzwerken gestalten.

Digitalisierung vereinfacht Sharing

Digitale Vernetzung durchdringt alle Lebensbereiche. Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten prägt längst unser berufliches und privates Leben. Digitale Services werden in Zukunft auch die Art und Weise bestimmen, wie Menschen mobil sind. Digitale Vernetzung wird Teil der Verkehrssteuerung. Immer erreichbar und vernetzt lautet die Devise in einer Gesellschaft, in der das Smartphone zum Alltagsbegleiter und Multifunktionstool geworden ist. Es wird auch der digitale Schlüssel, das universale Steuerungsinstrument für den zeit- und ortsunabhängigen Zugang zur multimodalen Mobilität von morgen sein. 

Schon jetzt gibt es eine Vielzahl an Apps, die unser Mobilitätsverhalten erleichtern sollen. So kann man mit Hilfe einer kostenlosen App Tickets für Bahn, U-Bahn und Bus mit dem Smartphone buchen und verwalten. Viele der Informationen stehen übrigens auch in Google Maps oder Apps wie „Von A nach B“ zur Verfügung. Hier werden mancherorts neben Verbindungen mit Bahn und Bus auch Fahrpreisinfos von Taxis angezeigt.

Carsharing mit Mobiltelefon
Einfacher Zugang zum Carsharing-Auto mit dem Mobiltelefon

Eine Mobilitätszentrale wird als ein Zentrum definiert, das maßgeschneiderte Informationen und Serviceangebote zum Thema Mobilität bietet. Die Mobilitätszentralen verstehen sich zumeist als regionale Servicestelle zum Thema klimaschonende Mobilität für Bevölkerung und Gemeinden. Im Fokus steht die Förderung von klimaschonendem Verkehr. Die BürgerInnen werden von der Mobilitätszentrale zu allen regional verfügbaren Angeboten zum nachhaltigen Verkehr (Öffentlicher Verkehr, Radwegenetz, Carsharing, Anrufsammeltaxi usw.) informiert. Mit den Gemeinden werden diese Angebote regional koordiniert und Projekte zur nachhaltigen Mobilität unterstützt (Schulworkshops, Veranstaltungen).

Zukünftige Mobilität

Die Grenzen zwischen Öffentlichem Verkehr und Individualverkehr verschwimmen immer mehr. Die Anforderungen und die Bedürfnisse der NutzerInnen werden wohl im Mittelpunkt einer langfristigen Verkehrspolitik stehen. In den Städten und urbanen Regionen wird das Auto seine allein dominierende Stellung verlieren. Im ländlichen Raum wird es im Verbund mit einem neuen, intelligenten öffentlichen Nahverkehr weiter eine wichtige Rolle spielen.

Das Verhältnis zum Auto wandelt sich zu „Nutzen statt besitzen“. Durch diese Entwicklungen entstehen viele neue Angebote zur Bewältigung der Alltagsmobilität (z.B. Carsharing). Dabei spielt auch die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle. Die BürgerInnen brauchen in einer unübersichtlicher werdenden Mobilitätswelt mehr Transparenz und eine unabhängige Bewertung der Angebote und Anbieter rund um Mobilität. Hier könnten Mobilitätszentralen eine wichtige Rolle spielen.

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