Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ
Energieberatung

Die e-NTSCHEIDUNG beim Autokauf

Sie möchten ein neues Auto kaufen? Welches ist das richtige – ein Elektroauto, ein Verbrenner oder doch ein Hybrid? Es gibt vieles zu bedenken. Bei uns finden Sie eine Entscheidungshilfe für den Kauf eines Elektroautos. Dazu haben wir fünf wichtige Themenbereiche verglichen.

Paar lässt sich beraten beim Autokauf

Welcher Antrieb ist klimafreundlicher?

Die richtige Antwort lautet ganz eindeutig: das Auto mit Elektroantrieb.

Grafik: Die Treibhausgasemissionen verschiedener Antriebe im Mobilitätsbereich bescheinigen dem e-PKW die geringsten CO2-Emissionen von etwa 30 mg CO2/Kilometer. Dieselfahrzeuge liegen über 150, Benzinfahrzeuge über 250 g CO2/Kilometer.
Im Bezug auf den Klimaschutz spricht die Bilanz der Treibhausgase, von der Herstellung bis zur Entsorgung, eindeutig für das Elektroauto.

Elektroautos haben beim Fahren keinen Schadstoffausstoß, von der Produktion bis zur Entsorgung entsteht aber sehr wohl CO2 und Energie wird verbraucht. Ein Elektroauto emittiert über den gesamten Lebenszyklus jedoch um 50 % bis 80 % weniger klimaschädliches CO2. Mit einem Plug-in-Hybridfahrzeug schafft man nur ca. 20 % CO2-Einsparung gegenüber dem Verbrennungsmotor. Die beste Wirkung erzielt man beim Einsatz von Ökostrom.

Würde man alle PKWs auf e-Autos umstellen, kommt es zu einem Anstieg von ca. 15 % beim Stromverbrauch. Das ist über die Jahre mit ausschließlich erneuerbarer Erzeugung machbar, in NÖ gibt es bereits jetzt 100 % Ökostrom. Mit einem modernen Windrad können über 3.000 Elektroautos mit Strom versorgt werden, bei der eigenen PV-Anlage reichen ca. 15 bis 20 m² aus. Im Gegenzug können alleine in Niederösterreich ca. 600.000.000 Liter Öl eingespart werden!

Welcher Antrieb ist cool?

Grafik: Elektroautos erzeugen keine Abgabse, das macht sie zukunftsfähig und gibt ihnen ein positives Image. Die Zukunft wird Verbrennungsmotoren mit veralteter Technik in Verbindung bringen.
Elektroautos erzeugen keine Abgabse, arbeiten effizient und mit erneuerbarer Energie - das macht sie zukunftsfähig. Verbrennungsmotoren laufen Gefahr, mit veralteter Technik in Verbindung gebracht zu werden.

BesitzerInnen eines Elektroautos zeigen, dass Sie nicht von gestern sind. Sie sind up to date, fahren heute schon die zukünftige Technik, nutzen nachhaltigen Ökostrom und lassen an der Kreuzung jeden Verbrenner stehen.

Ein Elektroauto erregt heute durchaus noch Aufsehen und sticht aus der Masse der bisherigen Autos mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb heraus. Das meist eigenständige Design fällt auf.

MitfahrerInnen werden sowohl vom leisen Dahingleiten als auch von den antrittsfreudigen Spurts beeindruckt sein.

Das Elektroauto wird vor allem bei der jungen Generation als cool angesehen.

Welcher Antrieb ist günstiger?

Infografik: Gesamtkostenvergleich nach 8 Jahren
Im Gesamtkostenvergleich zeigt das Elektroauto eine bessere Kostenbilanz als ein vergleichbares Verbrenner-Auto.

Der reine Kaufpreis ist beim Auto mit Verbrennungsantrieb am geringsten, die Elektroautos sind teurer und die Hybride liegen meist dazwischen.

Für einen fairen Vergleich muss man aber das unterschiedliche Niveau der Grundausstattung beachten. Im Regelfall weisen Elektroautos bereits eine sehr gute und komfortable Ausstattung auf. Wird auch bei Verbrennern oder Hybriden eine gute Ausstattung verlangt, nähert sich der Preis bereits an. Kalkuliert man dann noch die derzeit lukrativen Förderungen dazu, ist man beim Kauf gleichwertig.

Im Betrieb spielt das Elektroauto aber den preislichen Joker aus! So sind die Stromkosten aufgrund der Effizienz des Motors wesentlich geringer als die Spritkosten, Wartung und Service kommen ungleich günstiger, die motorbezogene Versicherungssteuer fällt weg.

Mit unserem Autokostenrechner können Sie Autos mit Verbrennungsmotoren mit E-PKWs vergleichen. Mit wenigen Eingaben bestimmen Sie Ihre persönliche Autonutzung und erhalten auf Knopfdruck den Energieverbrauch, die Ökobilanz und die Kosten der Fahrzeuge über die gesamte Lebensdauer.

Wer nicht nur den reinen Einstiegspreis betrachtet, sondern eine wirtschaftliche Gesamtkostenbetrachtung (mit vergleichbarer Ausstattung) anstellt, kommt um das Elektroauto nicht herum!

Welcher Antrieb bietet die größtmögliche Flexibilität?

Die richtige Antwort ist nicht ganz so einfach und lautet tendenziell: das Plug-in-Hybrid-Fahrzeug.

Mit dem Plug-In-Hybridauto kann man auf sehr kurzen Distanzen rein elektrisch unterwegs sein. Damit ist man perfekt in der Stadt unterwegs und hinterlässt hier im Regelfall keine Schadstoffe. Voraussetzung dafür ist das konsequente tägliche Aufladen.

Steht dann doch einmal die spontane Fahrt mit mehreren hunderten Kilometern Distanz am Programm, ist diese ebenso ohne Vorplanung bewältigbar. Nachteilig an in einem Plug-in-Hybrid sind aber unter anderem die Kosten, viele (finanzielle) Vorteile vom reinen Elektroauto fallen beim Auto mit zwei Antriebskonzepten weg!

Grafik: Die Reichweite von Elektroautos reicht problemlos für alle Fahrten im Alltag. Die meisten Strecken liegen unter 50 km. Nur bei längeren Urlaubsfahrten muss nach etwa 250 km Strom "getankt" werden.
Alltägliche Fahrten können mit Elektroautos problemlos zurückgelegt werden.

Die Grafik zeigt, dass für „durchschnittliche“ AutofahrerInnen das Elektroauto perfekt in den Alltag passt. Auch längere Fahrten sind bei entsprechender Nutzung der meist schon gut vorhandenen Schnellladeinfrastruktur ohne Probleme machbar.

Warum nicht der Verbrennungsmotor als größtmöglich flexibler Antrieb? Was in Österreich noch diskutiert wird, wurde und wird in anderen Ländern zum Teil schon umgesetzt: Fahrverbote in bestimmten Zonen für Diesel- oder Verbrennungsmotoren. Hier ist (zukünftig) der Elektromotor klar im Vorteil!

Welcher Antrieb ist am gesundheitsschonendsten?

Grafik: Bei den Stickoxidemissionen verschiedener Antriebe liegt der e-PKW unter 0,1 g pro Fahrkilometer. Ein Diesel-PKW verschmutzt die Umwelt mit mehr als 0,25 g pro Fahrkilometer.
Ein Diesel-PKW verursacht drei Mal so viele Stickoxidemissionen wie ein e-PKW.

Elektroautos verursachen im Fahrbetrieb keine Schadstoffe. Im Gegensatz zu den Verbrennungsmotoren, die beispielsweise Ruß oder giftige Stickoxide ausstoßen. Zudem sind Elektroautos vor allem bei geringen Geschwindigkeiten leiser unterwegs, was auch lärmgeplagte Anwohner entlastet.

Komplett ohne gesundheitliche Auswirkungen bleibt aber auch das Elektroauto nicht. Mögliche Schadstoffe entstehen hier – ebenso wie auch beim Auto mit Verbrennungsantrieb – in der vorgelagerten Kette der Fahrzeugherstellung sowie der Energiebereitstellung. Beim Betrieb mit Ökostrom fallen die Schadstoffe bei der Energiebereitstellung jedoch sehr gering aus.

Über den Lebenszyklus kommt es beispielsweise zu Stickoxid-Emissionen (NOx), die beim Benzin- (oder Hybrid-)Auto um 60 bis 70 % höher, beim Dieselfahrzeug sogar 3-mal so hoch sind wie beim Elektroauto, das mit Ökostrom betrieben wird. Stickoxide können Kopfschmerzen  verursachen, sie schädigen die Atemwege und sind für die Ozonbelastung mitverantwortlich.

Wie sieht die Feinstaubbelastung aus? Nachdem die Partikelemissionen nur zu einem untergeordneten Anteil aus dem direkten Fahrbetrieb stammen, ergibt sich hier kein Vorteil beim Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb. Die Fahrzeug-/Akkuherstellung sowie Energiebereitstellung sind im wesentlichen Maße dafür verantwortlich und der Gesamtwert liegt über den Lebenszyklus der Autos auf dem selben Niveau.

Über den Lebenszyklus betrachtet ist das Auto mit ausschließlichem Elektroantrieb und betrieben mit Ökostrom am gesundheitsschonendsten.

Möchten Sie mehr Information?

Aktuelle Informationen, Tipps und Veranstaltungshinweise - mit dem eNu Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden.

Anmelden