Speicherverhalten und Batteriemanagement
Um Stromspeicher möglichst effizient zu betreiben, kann es sinnvoll sein, die Konfiguration des Systems an Ihre Bedürfnisse anzupassen. So können Sie beispielsweise festlegen, dass die Ein- und Ausspeicherung nur zu bestimmten Zeiten erfolgt oder die Speicherung für dynamische Stromtarife optimiert wird. Hier erfahren Sie, wie Sie die dafür notwendigen Einstellungen vornehmen.
Wie funktioniert ein Speicher?
Ein Speicher ist im Grunde eine große Batterie, die beispielsweise im Keller installiert werden kann. Er lädt sich auf, sobald die PV-Anlage mehr Strom produziert, als gerade verbraucht wird, und gibt die gespeicherte Energie wieder ab, wenn zusätzlicher Strom benötigt wird.
Netzoptimierter Betrieb
Ein weiterer interessanter Aspekt: Speicher können auch zur Entlastung des Stromnetzes beitragen.
Normalerweise wird der Speicher bereits am Vormittag mit dem ersten Überschuss geladen. Ist er voll, wird der nicht benötigte Strom ins Netz eingespeist. Wenn jedoch viele PV-Anlagen gleichzeitig überschüssige Energie einspeisen, kann das Netz stark belastet werden – was zusätzlichen Netzausbau erforderlich macht.
Speicher, die netzoptimiert betrieben werden, können helfen, diese Spitzen zu reduzieren. Das System reserviert einen Teil des Speichers und startet erst dann mit dem Laden, wenn die PV-Anlage die höchste Leistung erreicht.
Schon jetzt variieren Stromtarife häufiger nach Tageszeit. Mittags, wenn das Angebot besonders hoch ist, ist der Strom sehr günstig. Wer seinen Strom also zu anderen Zeiten einspeist oder speichert, profitiert von diesen Preismodellen. Auch die angepassten Rahmenbedingungen des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) für den Betrieb von größeren Erzeugungsanlagen kann die Anpassung der Einstellungen sinnvoll machen.
Speicherverhalten
Viele Hersteller bieten zu den Wechselrichtern eine integrierte intelligente Energiesteuerung an. Dabei werden die verschiedenen Energieflüsse parallel gesteuert, das ermöglicht simultane Energieflüsse.
Die Vorteile auf einen Blick
Geringere Stromkosten
Wenn in Zeiten mit hohem Strombedarf auf den Solarstrom aus dem Speicher zurückgegriffen wird, wird weniger Strom aus dem Netz bezogen – und somit Kosten gespart.
Nachhaltige Energieversorgung
Durch den erhöhten Eigenverbrauch des Solarstroms im Haushalt werden Lastspitzen reduziert – und somit Kosten, denn der weitere Einsatz von Energie und Brennstoffen wird vermieden.
Reduzierte Netzauslastung
Eingestellt auf die richtigen Einspeicherungs- und Ausspeicherungszeiten, ist dieses Verhalten auch für das Stromnetz dienlich. Die Auslastung des öffentlichen Stromnetzes wird gesenkt, was dazu beiträgt, die Netzverfügbarkeit zu verbessern.
Einstellung des Batteriemanagements
Die Standardeinstellungen eines Batteriespeicher-Systems sind in der Regel zur Erzielung eines möglichst hohen Eigenverbrauchs optimiert (konventionelle Stromspeicherung).
Wenn eine Stromspeicherung netzoptimiert gewünscht ist und zeitabhängiges Laden und Entladen („Time-of-use“) oder dynamische Stromtarife genutzt werden sollen, können die Einstellungen des Batteriespeichers angepasst werden. Dabei muss aufgrund der Ertrags- und Nutzungszeiten sowie Bezugs- und Einspeisekosten abgewogen werden, welches Verhalten sinnvoll ist.
Beispiel Fronius Batteriemanagement
Erklärvideos und Info-Materialien, die das Einstellen vorerst nur am Beispiel des Fronius-Batteriemanagements erläutern, finden Sie im Folgenden:
Video: Einstellung der Battery Management Regeln – Fronius Solar Energy
Video: Battery Control und Energie Management – Fronius Solar Energy
Time-of-Use Einstellungen mit Fronius Hybridwechselrichtern – Fronius Solar Energy (PDF, 1MB)
Video: Energiekosten Assistent bei dynamischen Stromtarifen – Fronius Solar Energy
Viele andere namhafte Hersteller bieten ebenfalls die Möglichkeit, das Speicherverhalten über Apps oder Schnittstellen einzustellen.