Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Mobilität, Verkehr und Raumordnung

Verkehr und  Raumordnung sind nicht voneinander zu trennen und beeinflussen einander gegenseitig. Zersiedelung führt zu höheren Mobilitätskosten und erhöhtem CO2-Ausstoß. Daher ist eine nachhaltige Raumplanung wichtig für klimafreundliche Mobilität.

Raumplanung

Verkehr und Mobilität beeinflussen die Gestaltung unseres Lebensraumes. Daher können Raumplanung und Verkehrsplanung nicht voneinander getrennt betrachtet werden. Der Grund für Verkehr sind die unterschiedlichen Standorte der Bedürfnisse, die unseren Lebensalltag prägen: Arbeiten, Einkaufen, Freizeitaktivitäten usw. Die Planung dieser Standorte (Raumordnung) beeinflusst langfristig die Verkehrsnachfrage:  Eine umsichtige Planung der Siedlungsstrukturen kann uns in Zukunft vor Verkehrsproblemen bewahren.

Wir versiegeln unseren Lebensraum

11,8 Hektar werden täglich verbaut - Städte und Siedlungen breiten sich seit vielen Jahrzehnten immer stärker in die Fläche aus. Großzügige Baulandwidmungen führten neben der Verbauung der Stadtränder auch in den ländlichen Gebieten zur übermäßigen Ausbreitung von Siedlungen. Beiden ist die geringe Siedlungsdichte gemein.  Die Flächenversiegelung schreitet in Österreich markant voran.

Bau- und Verkehrsflächen in Österreich beanspruchen bereits 4.321 Quadratkilometer, das ist mehr als die gesamte Fläche des Burgenlandes. Die Umwandlung von landwirtschaftlichen oder naturbelassenen Flächen in Siedlungs- und Verkehrsfläche beträgt 676 Quadratmeter pro Haushalt in Österreich.

Zersiedelung bringt  mehr Verkehr

Die fortschreitende Zersiedelung beeinflusst das Mobilitätsverhalten bzw. die Verkehrsnachfrage. Orte mit geringer Siedlungsdichte erhöhen für die BewohnerInnen die Anzahl und die  Distanz der PKW-Fahrten. Dadurch entstehen höhere Fahrtkosten und ein höherer Energieverbrauch.

Grafik: Mehr nachhaltige Mobilität bei hoher Siedlungsdichte in der Schweiz. Bei einer Siedlungsdichte von 0 - 12 Personen pro Hektar beträgt der Auto-Anteil 54 %, bei mehr als 106 Personen pro Hektar nur mehr 17%.

Daher sollten Verkehrs- und Raumplanung vor allem in der Gemeindeplanung nie unabhängig voneinander ausgeführt werden. In stark zersiedelten Regionen sind die Menschen aufs Auto angewiesen, denn dünn besiedelte Regionen sind schwierig mit Öffentlichem Verkehr zu versorgen.

Haushalte in Gebieten mit geringer Siedlungsdichte verursachen besonders viel CO2, weil sie durchschnittlich mit mehr Autos ausgestattet sind und längere Wege zurückgelegt werden. Es gibt folglich einen starken Einfluss vom Mobilitätsverhalten der Haushalte auf den Gesamtenergieverbrauch beim Wohnen.

Einfluss der Mobilität auf den Gesamtenergieverbrauch beim Wohnen

Mögliche Lösungsansätze

Die Förderung von kompakten Siedlungsstrukturen ist wichtig. Sie führt zu kürzeren Wegen und weniger Verkehr. Es gibt viele Ansätze und Instrumente zur Schaffung kompakter Raumstrukturen:  

  • Neues Bauland könnte vorrangig im Einzugsbereich von Bus- oder Bahnhaltestellen mit guter Bedienqualität gewidmet werden.
  • Bereits gewidmetes Bauland sollte nicht gehortet, sondern tatsächlich einer Nutzung zugeführt werden.
  • Zu lockere Einfamilienhausgebiete könnten nachverdichtet werden.
  • Wichtig wäre auch eine bessere Koppelung von Raum- und Verkehrsplanung. Etwa indem Einkaufszentren nur an Standorten gebaut werden, die gut durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen sind, wodurch das Parkplatzangebot beschränkt werden kann. Wer Parkplätze gratis anbietet, fördert das Wachstum des Autoverkehrs.

Qualitätsvolle Siedlungs- und Standortentwicklung zeichnet sich unter anderem auch durch einen guten Versorgungs- bzw. Erschließungsgrad mit öffentlichem Verkehr aus. Um diese Koppelung messbar zu machen, wurde das System der ÖV-Güteklassen entwickelt, das vielerlei Informationen wie etwa zu Erreichbarkeit oder Wegenetzen bietet, entsprechende Erfordernisse aufzeigt sowie Rückschlüsse für Raum- und Verkehrsplanung ermöglicht. Durch die Ermittlung österreichweiter ÖV-Güteklassen stehen nun hochwertige Daten für eine bessere Abstimmung von Siedlungsentwicklung und Qualität des ÖV-Angebots zur Verfügung.

Das NÖ Raumordnungsgesetz fordert im Zuge der Örtlichen Entwicklungsplanung die Erstellung eines Verkehrskonzepts mit dem Ziel, räumliche Planung und Verkehr besser abzustimmen.

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