Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Anrufsammeltaxi und Rufbus

Das Angebot von Anrufsammeltaxis oder Rufbussen kann eine gute Ergänzung zum herkömmlichen Linienverkehr mit Bahn und Bus sein. Wesentlich für die bedarfsorientierten Angebotsformen ist die telefonische Buchung. Infolge dessen wird man von AST-Sammelstellen zur gewünschten Adresse gefahren bzw. beim Rufbus zwischen Bushaltestellen transportiert.

Zwei Frauen mit Mobiltelefon im Anrufsammeltaxi

Bahn- und Buslinien mit regelmäßigem Fahrplanangebot sind aufgrund des großen Volumens für den Transport von vielen Personen gleichzeitig geeignet. Damit ist der traditionelle Linienverkehr insbesondere für dichter besiedelte Gebiete sowie zu regulären Tageszeiten geeignet. Außerhalb von Zentren oder zu Schwachlastzeiten ist ein klassischer Fahrplan oft nicht das richtige. Ein (nahezu) leer fahrender Bus ohne Nutzung bringt niemanden etwas. Hierfür eignet sich ein bedarfsgerechtes Angebot wesentlich besser.

Wie funktioniert ein Anrufsammeltaxi (AST)?

Vor Fahrtantritt greift man zum Telefon und bestellt die eigene Fahrt. Dafür wurde in Niederösterreich eine landesweite Dispositionszentrale eingerichtet. Nur wenn es eine Anforderung gibt, setzt sich der Bus auch wirklich in Bewegung und fährt somit nicht leer die Haltestellen ab.

Frau bucht Anrufsammeltaxi mit dem Handy
Einfache Buchung des Anrufsammeltaxis mit dem Mobiltelefon

Das AST fährt  von einer ausgewiesenen Haltestelle zu jeder beliebigen Adresse im entsprechenden Gebiet. Die Abfahrtszeit ist mittels hinterlegten Zeitplans fixiert. Die Fahrt wird zu einem immer gleichen Fixpreis abgerechnet. Dieser entspricht dem ÖV-Tarif mit Komfortzuschlag, da man ja „bis zur Haustüre“ gefahren wird. Die Fahrten erfolgen durch Taxi- oder Mietwagenunternehmen und werden innerhalb der Gemeinde bzw. Kleinregion durchgeführt. Zusätzlich gibt es auch die Sonderform des Regions-ASTs, wo auch gemeindeübergreifend im Einsatzgebiet agiert wird.

Beim Rufbus erfolgt der Transport von einer Haltestelle zu einer anderen Haltestelle.

Das System des Anrufsammeltaxis oder auch Rufbusses ermöglicht mitunter, auf ein eigenes Auto verzichten zu können. Im Vergleich zu einem klassischen Taxi fährt man mit dem AST (wesentlich) günstiger. Dafür wird man nicht von daheim abgeholt und zu einer beliebigen Adresse gefahren. Man ist beim AST auf das bediente Gebiet, zum Teil Haltestellen sowie auch ein zeitlich bestehendes Korsett bzw. einen Fahrplan eingeschränkt.

Zur Umsetzung von ASTs und Rufbussen gibt es entsprechende Unterstützungen und Fördermittel. Informationen erhalten Sie bei der NÖ Förderberatung.

Neben dem AST und Rufbus gibt es auch noch das bedarfsorientierte Angebot des (elektrischen) Fahrtendienstes bzw. Gemeindebusses. Hier übernimmt kein gewerblicher Anbieter den Transport, sondern es gründet sich ein gemeinnütziger Verein, der ehrenamtliche Fahrten durchführt.

Eine Frau steigt aus einem Taxi
Das Anrufsammeltaxi bringt Sie bis zur gewünschten Adresse

Autonomes Fahren

Wo heute im Anrufsammeltaxi, beim (elektrischen) Fahrtendienst bzw. Gemeindebus ein Fahrer oder eine Fahrerin die Steuerung des Fahrzeugs übernimmt, könnte dies zukünftig autonom, das heißt fahrerlos, erledigt werden. Sämtliche Formen dieses bedarfsorientierten Mobilitätsangebotes haben gemeinsam, dass man selbst kein Auto mehr besitzen muss.

Ob, wann und wie schnell das autonome Fahren tatsächlich Realität wird, kann derzeit niemand sagen. Es sind auch die unterschiedlichen Stufen dabei zu unterscheiden. Der Level 1 ist mit diversen Assistenzsystemen schon öfter umgesetzt, auch der Level 2 mit teilautomatisiertem Fahren ist bereits vereinzelt Realität. Hierbei können die Systeme (kurzfristig) selbst das Steuer übernehmen, der Fahrer bzw. die Fahrerin bleibt aber zu jeder Zeit in der Eigenverantwortung.

Die Tiefe des autonomen Fahrens geht jedoch bis Level 5, wo das Auto sämtliche Fahrfunktionen selbständig übernimmt und die Personen im Fahrzeug zu Passagieren werden. Hierbei wäre es denkbar, dass man das Fahrzeug über eine App zum benötigten Zeitpunkt anfordert, von diesem (bei der Haltestelle) abgeholt wird und zur Haltestellte bzw. zum gewünschten Ziel gefahren wird.

Somit dann sich die Anzahl der individuell benötigten Autos drastisch reduzieren. Im Regelfall ist nicht der Bedarf nach einem Auto gegeben, sondern die Transportnotwendigkeit von A nach B. Wenn ich kein eigenes Auto mehr besitzen muss, fallen nicht nur hohe Kosten weg, sondern auch der für das Auto benötigte Platz zum Abstellen entfällt – sowohl am eigenen Grundstück als auch im öffentlichen Straßenraum.

Das theoretische Potenzial des komplett autonomen Fahrens ist sehr groß – im Sinne der Einsparung von Autos und des effizienten Einsatzes von geteilten Fahrzeugen bzw. eben lediglich genützten Autos. Bis es tatsächlich zu einem großflächigen Einsatz kommt, gilt es noch viele Herausforderungen zu meistern. Das geht über rechtliche Fragen, versicherungstechnische Regelungen bis hin zu Fragen der Programmierung bzw. selbst lernenden Intelligenz bezüglich sicherheitsrelevanter Entscheidungen im Falle eines Unfalls. Das Auto muss selbst entscheiden, ob es links oder rechts ausweicht und womöglich etwas oder jemanden touchiert, wenn ein Unfall nicht mehr vermeidbar ist. Aktuell gibt es erste Testgelände bzw. -fahrten, eine massenhafte Umsetzung ist noch in (weiter) Ferne.

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