Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Lastenräder für den Transport

Die Idee, Gegenstände und Waren mit dem Fahrrad zu transportieren, ist nicht neu. Trotzdem erleben Lastenräder gerade ein Comeback. Praktisch und günstig in der Anschaffung, bieten sie eine umweltschonende Alternative zu LKW und Co.

Frau fährt mit Lastenrad

Güterverkehr mit Potenzial

Transportfahrten passieren heute fast zur Gänze mit dem PKW oder LKW. Dabei reicht Muskelkraft oft aus, um leichtere Gegenstände von einem Ort zum anderen zu transportieren.

Momentan werden fast 100 % des Güterverkehrs in Städten mit motorisierten Fahrzeugen durchgeführt. Vor allem bei leichten Gütern ergibt sich ein ungünstiges Gewichtsverhältnis zwischen transportiertem Gut und Transportfahrzeug, da diese häufig über nur sehr kurze Distanzen von schweren Zustellfahrzeugen transportiert werden.

Auch beim privaten Verkehr zeigt sich oft das gleiche Bild. Jede zweite Fahrt in Städten ist kürzer als 5 km und könnte daher sehr leicht mit dem Fahrrad durchgeführt werden. Das Potenzial für den Güterverkehr mit Lastenrädern ist daher überaus groß. Insgesamt könnten 42 % aller motorisierten Fahrten mit dem Lastenrad durchgeführt werden.

Diese Zahlen gewinnen vor allem dann an Relevanz, wenn man bedenkt, dass der Anteil des Güterverkehrs nur 15 % aller Fahrten in Städten betrifft und demgegenüber 30 % des gesamten Energieverbrauchs stehen.

Die positiven Auswirkungen durch die vermehrte Nutzung des Lastenrads betreffen vor allem die Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2 Emissionen sowie eine Entschärfung der Stausituation in Städten. Durch den Rückgang der Anzahl an Autos auf den Straßen entsteht so mehr Platz für BürgerInnen und das trägt dazu bei, die Lebensqualität zu erhöhen.

Ein Mann transportiert mit einem Lastenrad verschieden große Kartons.

Transport des Einkaufs

Die meisten Güter des täglichen Bedarfs können einfach mit dem normalen Fahrrad transportiert werden. Ob Gepäckträger hinten oder vorne, Taschen oder Körbe auf dem Gepäckträger oder mit eigenständigen Halterungen auf der Sattelstütze, am Rahmen oder am Lenker, die Möglichkeiten sind sehr umfangreich und somit für eine große Anzahl an unterschiedlichen Radmodellen anwendbar.

Anhänger und Transporträder sind vor allem bei größeren Besorgungen praktisch. Die Nutzlast wird einerseits vom Anhängermodell als auch von der Art der Montage am Fahrrad bestimmt. Für den großen Wocheneinkauf oder gewerbliche Besorgungen, z.B. für Gastronomiebetriebe, bieten sich Transporträder mit großen Boxen bzw. Kisten und Ladekapazitäten bis zu 250 kg an.

Vielzahl an Transportrad-Modellen

Es gibt einspurige oder zweispurige Lastenräder, mit fixen Boxen oder offenen Transportflächen für schwere und sperrige Güter. Laut StVO dürfen mit mehrspurigen Transporträdern maximal 250 kg befördert werden, für einspurige Lastenräder gibt es keine Gewichtsbeschränkung.

Bei fast allen Modellen gibt es zudem eine Variante mit Elektromotor. Ob man zu einer einspurigen oder zweispurigen Variante greift, hängt sehr von den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ab.

Vor- und Nachteile verschiedener Transporträder
Einspurige Modelle Zweispurige Modelle
+ Sehr wendiges Fahrverhalten, ähnlich zu normalen Fahrrädern. - Weniger wendig und kann in Kurven bei zu hoher Geschwindigkeit umkippen.
- Kann beim Stehenbleiben oder in langsamen Kurven umkippen und muss beim Abstellen „aufgebockt“ werden. + Kann beim Stehenbleiben nicht umkippen und ist mit niedrigen Geschwindigkeiten gut fahrbar.
+/- Immer mit Radwegbenützungspflicht. Darf auf Radwegen immer gefahren werden. +/- Keine Radwegbenützungspflicht. Darf auf Grund der Breite aber zumeist nicht auf Radwegen gefahren werden.
+ Weniger sperrig und passt leichter durch Türen. - Sperriger und passt oft nur schwer durch schmale Türen.
+ Geringerer Roll- und Luftwiderstand - Höherer Roll- und Luftwiderstand

Transporträder – schnell und wendig

Lastenräder punkten im Vergleich zum Auto vor allem mit ihren geringeren Erhaltungs- und Anschaffungskosten. Sie sind wendig, schnell und erlauben die Benutzung von Radwegen und die Zufahrt in sogenannte „Zero Emission“-Zonen, in denen Kraftfahrzeuge nicht erlaubt sind.

Nebenbei wird die eigene Gesundheit gefördert und die Umwelt geschont. Eine Win-Win-Situation für alle.

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