Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Biomasse – regional verfügbare, erneuerbare Energie für Niederösterreich

Mit Biomasse, vor allem Holz, Pellets und Hackschnitzel, werden in Niederösterreich ein Viertel der Heizungen betrieben. Biomasse wird auch für die Erzeugung von Strom, Biotreibstoffen, Biogas oder auch direkt als Rohstoff wie z.B. für Möbel und Baustoffe verwendet.

Pellets und Holz

Biomasse in Niederösterreich

In unserem Bundesland sind 767.000 Hektar Wald verfügbar, das entspricht 40 % der Gesamtfläche von NÖ. Aus diesem Grund spielt Biomasse auch eine wesentliche Rolle im NÖ Klima-und Energieprogramm. Sie ist eine einheimische, regional verfügbare Rohstoffquelle und vielseitig verwendbar, einerseits für die energetische Verwendung als Wärme, Treibstoff, Biogas und Strom, andererseits auch als Rohstoff zum Beispiel in der Möbelindustrie oder als Baustoff.

Wichtigster Einsatzbereich ist der Wärmemarkt durch Verbrennen von Holz, v.a. Pellets, Scheitholz und Hackschnitzel. Rund ein Viertel der Heizungen in NÖ werden mit Biomasse betrieben. Bei Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung kann neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Ebenfalls von Bedeutung sind Biotreibstoffe und Biogas zur Beimischung bei Erdgas und Stromproduktion.

Grafik: 2019 wurden In NÖ 14.320 Gigawattstunden Energie aus Biomasse erzeugt. Bis 2030 soll der Wert auf 18.000 Gigawattstunden erhöht werden.
Im Vergleich zu 2019 soll in NÖ die Energie aus Biomasse bis 2030 um ein Viertel erhöht werden. Sie trägt dann mit 18.000 Gigawattstunden zur regionalen Energieversorgung bei.

Derzeit werden 14.320 Gigawattstunden (1 GWh entspricht 1 Million kWh) Energie aus Biomasse in Niederösterreich erzeugt. Dies soll in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden. Durch Biomasse-Anlagen können verglichen zu fossilen Energieträgern wie Öl und Gas 500.000 Tonnen CO2 in NÖ pro Jahr eingespart werden.

Aus Biomasse wird Wärme und Strom

Durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden aus Biomasse in einem Prozess sowohl Wärme als auch Strom erzeugt. Der Wirkungsgrad ist bei KWK-Anlagen höher als bei rein kalorischen (Wärme)-Kraftwerken, er beträgt rund 86 %. Von der eingesetzten Energie werden 30 bis 35 % Strom und 50 bis 55 % Wärme erzeugt.

In Niederösterreich werden durch KWK-Anlagen 955 GWh Strom erzeugt (Stand 2018). Mit dem erzeugten Strom können:

  • 273.000  Haushalte mit Strom versorgt werden (Annahme: 3.500 Kilowattstunde (kWh)/Haushalt).
  • 367.000  Elektroautos betrieben werden (Annahme: 2.600 kWh / Elektroauto im Jahr). 
  • 338.000 Tonnen CO2 eingespart werden, das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 122.000 Verbrenner-Autos.

Biomasse-Heizungen

In Niederösterreich werden heute 175.000 Biomasse-Heizungen genutzt. Dazu zählen Heizungen, die mit Hackgut, Rinde, Pellets, Stückholz oder auch Kombinationen von diesen betrieben werden. Jährlich kommen im Durchschnitt rund 3.000 Biomasse-Heizungen dazu. Der Trend verlangsamt sich jedoch, da derzeit viele Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Nichtsdestotrotz ist die Biomasse-Heizung ein beliebtes Heizsystem der NiederösterreicherInnen. ist österreichweit führend bei der Anzahl der verkauften Biomassekessel.

Durch den Austausch einer Ölheizung gegen eine Biomasse-Heizung können rund 7 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Grafik: Heizungstausch ist Klimaschutz. Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Holzheizung spart rund 7 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr
Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Holzheizung zählt zu den größten Klimaschutzmaßnahmen im privaten Haushalt.

Wertschöpfung in Niederösterreich

Biomasse-Anlagen tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung in Niederösterreich bei. Statt das Geld im Ausland zu investieren, wie es größtenteils bei Öl und Gas der Fall ist, bleibt das Geld bei Biomasse-Anlagen bei uns:

  • Alleine durch den Betrieb von Nahwärme- und Biomasse KWK-Anlagen beträgt die regionale Wertschöpfung in NÖ 104 Mio. Euro im Jahr.
  • Zusätzlich beträgt die Wertschöpfung für die Errichtung der Biomasse-Anlagen seit 1983 fast 1 Mrd. Euro.

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