Sanierung eines Wasserschadens
Bei Wasserschäden ist ein rasches und strukturiertes Vorgehen entscheidend, um Folgeschäden wie Schimmel oder Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Hier erfahren Sie, was bei einem Wasserschaden unbedingt zu beachten ist, welche Trocknungsmethoden es gibt und wie die Schadenssanierung Schritt für Schritt abläuft.
Häufige Ursachen für Wasserschäden
Wasserschäden entstehen meist plötzlich und zeigen sich oft durch feuchte Wände, nasse Böden oder sichtbare Wasseransammlungen. Mögliche Gründe sind:
- eindringendes Regen- oder Oberflächenwasser
- undichte Kellerfenster oder Schächte
- Rohrbrüche oder defekte Leitungen
- Rückstau aus Kanalsystemen
- Feuchtigkeit in Estrich und Dämmung
Schritt‑für‑Schritt-Anleitung bei einem Wasserschaden
1. Sicherheit zuerst
Bevor Maßnahmen ergriffen werden, hat die Sicherheit oberste Priorität:
- Stromkreise der betroffenen Räume abschalten
- technische Anlagen (z. B. Heizung) erst nach Freigabe durch eine Fachfirma einschalten
2. Wasser schnell entfernen
Je schneller das Wasser entfernt wird, desto geringer sind Schäden an Böden und Wänden.
Erste Maßnahmen:
- Wasser mit Pumpen (z. B. Tauchpumpe) abpumpen
- Restwasser mit Nasssaugern oder Tüchern aufnehmen
3. Erste Trocknungsphase starten
Nachdem das Wasser entfernt wurde, beginnt die Oberflächentrocknung:
- Einsatz von Kondenstrocknern und Ventilatoren
- gegebenenfalls zusätzliche Heizgeräte, um die Verdunstung zu unterstützen
4. Professionelle Feuchtigkeitsmessung
Eine genaue Messung zeigt, wie stark die einzelnen Bauteile (z. B. Estrich, Wände oder Dämmung) betroffen sind.
Feuchtigkeitsmessung - Feuchtewerte:
| Feuchtigkeit in % | Feuchtigkeit in Digits | Feuchtigkeitskategorie |
| < 80 % | 24 - 84 | Wand gilt nicht als feucht |
| 80–100 % | 85–140 | Wand ist feucht |
| > 100 % | > 140 | Wand ist nass |
5. Zweite Trocknungsphase: Spezialtrocknung
Sind Estrich oder Wände nass oder feucht (laut Feuchtigkeitsmessung), reicht eine einfache Raumtrocknung nicht aus. Dann kommt eine professionelle Estrich- und Bauteiltrocknung zum Einsatz:
Typische Vorgehensweise:
- Bohren von Trocknungsöffnungen
- Einblasen trockener Luft, Absaugen feuchter Luft
- Einsatz von Kondensat- oder Adsorptionstrocknern
Die Trocknung wird regelmäßig durch Nachmessungen kontrolliert.
6. Sanierung der Oberflächen
Nach Erreichen normaler Feuchtigkeitswerte können beschädigte Bauteile saniert werden:
- Entfernen geschädigter Bodenbeläge
- Neuverputzen feuchter Wandbereiche
- Malerarbeiten und Oberflächenwiederherstellung
Tipps zur Vermeidung von Folgeschäden
- Schnell handeln, um Schimmelbildung zu verhindern
- Räume kontinuierlich belüften
- Trocknungsgeräte durchgehend laufen lassen
Wann Sie unbedingt eine Fachfirma beauftragen sollten
Eine professionelle Wasserschadensanierung ist notwendig, wenn:
- Schimmel vorhanden ist
- Dämmung oder Estrich betroffen sind
- die Ursache unklar ist
- Feuchtigkeit tief im Baukörper sitzt
- elektrische Anlagen beeinträchtigt wurden