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Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Sanierung eines Wasserschadens

Bei Wasserschäden ist ein rasches und strukturiertes Vorgehen entscheidend, um Folgeschäden wie Schimmel oder Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Hier erfahren Sie, was bei einem Wasserschaden unbedingt zu beachten ist, welche Trocknungsmethoden es gibt und wie die Schadenssanierung Schritt für Schritt abläuft.

Schimmel an der Wand im Wohnraum

Häufige Ursachen für Wasserschäden

Wasserschäden entstehen meist plötzlich und zeigen sich oft durch feuchte Wände, nasse Böden oder sichtbare Wasseransammlungen. Mögliche Gründe sind:

  • eindringendes Regen- oder Oberflächenwasser
  • undichte Kellerfenster oder Schächte
  • Rohrbrüche oder defekte Leitungen
  • Rückstau aus Kanalsystemen
  • Feuchtigkeit in Estrich und Dämmung

Schritt‑für‑Schritt-Anleitung bei einem Wasserschaden

1. Sicherheit zuerst

Bevor Maßnahmen ergriffen werden, hat die Sicherheit oberste Priorität:

  • Stromkreise der betroffenen Räume abschalten
  • technische Anlagen (z. B. Heizung) erst nach Freigabe durch eine Fachfirma einschalten

2. Wasser schnell entfernen

Je schneller das Wasser entfernt wird, desto geringer sind Schäden an Böden und Wänden.
Erste Maßnahmen:

  • Wasser mit Pumpen (z. B. Tauchpumpe) abpumpen
  • Restwasser mit Nasssaugern oder Tüchern aufnehmen

3. Erste Trocknungsphase starten

Nachdem das Wasser entfernt wurde, beginnt die Oberflächentrocknung:

  • Einsatz von Kondenstrocknern und Ventilatoren
  • gegebenenfalls zusätzliche Heizgeräte, um die Verdunstung zu unterstützen

4. Professionelle Feuchtigkeitsmessung

Eine genaue Messung zeigt, wie stark die einzelnen Bauteile (z. B. Estrich, Wände oder Dämmung) betroffen sind.

Feuchtigkeitsmessung - Feuchtewerte:

Feuchtigkeit in % Feuchtigkeit in Digits Feuchtigkeitskategorie
< 80 % 24 - 84 Wand gilt nicht als feucht
80–100 % 85–140 Wand ist feucht
> 100 % > 140 Wand ist nass

5. Zweite Trocknungsphase: Spezialtrocknung

Sind Estrich oder Wände nass oder feucht (laut Feuchtigkeitsmessung), reicht eine einfache Raumtrocknung nicht aus. Dann kommt eine professionelle Estrich- und Bauteiltrocknung zum Einsatz:

Typische Vorgehensweise:

  • Bohren von Trocknungsöffnungen
  • Einblasen trockener Luft, Absaugen feuchter Luft
  • Einsatz von Kondensat- oder Adsorptionstrocknern

Die Trocknung wird regelmäßig durch Nachmessungen kontrolliert.

6. Sanierung der Oberflächen

Nach Erreichen normaler Feuchtigkeitswerte können beschädigte Bauteile saniert werden:

  • Entfernen geschädigter Bodenbeläge
  • Neuverputzen feuchter Wandbereiche
  • Malerarbeiten und Oberflächenwiederherstellung

Tipps zur Vermeidung von Folgeschäden

  • Schnell handeln, um Schimmelbildung zu verhindern
  • Räume kontinuierlich belüften
  • Trocknungsgeräte durchgehend laufen lassen

Wann Sie unbedingt eine Fachfirma beauftragen sollten

Eine professionelle Wasserschadensanierung ist notwendig, wenn:

  • Schimmel vorhanden ist
  • Dämmung oder Estrich betroffen sind
  • die Ursache unklar ist
  • Feuchtigkeit tief im Baukörper sitzt
  • elektrische Anlagen beeinträchtigt wurden

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