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Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Warum ist ein Stromspeicher sinnvoll?

Haushalte mit einer Photovoltaikanlage nutzen durchschnittlich nur ein Viertel des erzeugten Stromes selbst. Stromspeicher ermöglichen es, den Eigenverbrauch zu erhöhen und somit Stromkosten zu reduzieren.

Was ist ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher ist eine große, wiederaufladbare Batterie (Akku) für Zuhause. Tagsüber erzeugt eine PV-Anlage Strom, der nicht immer sofort verbraucht wird. Dieser Überschuss kann im Akku gespeichert und später – etwa am Abend oder in der Nacht – genutzt werden.

Der Stromspeicher verfügt außerdem über ein intelligentes Lade- und Entlademanagement. Das Ladesystem überwacht die Stromproduktion der PV-Anlage. Ist sie höher als der Stromverbrauch des Hauses, wird mit dem Überschuss vorrangig der Akku aufgeladen. Erst dann erfolgt die Einspeisung in das übergeordnete Stromnetz.

Immer, wenn die Sonne nicht intensiv genug auf die PV-Module scheint und die PV-Anlage weniger Strom liefert als gerade verbraucht wird, steht der gespeicherte Strom für den Haushalt zur Verfügung. Das Ladesystem liefert bei der geregelten Entladung des Akkus genau so viel Strom an die Haushaltsgeräte, wie diese benötigen.

Hilft ein Stromspeicher beim Kostensparen?

Ohne Speicher wird nicht genutzter Solarstrom ins Netz eingespeist, während abends und nachts Strom zugekauft werden muss. Mit einem Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich – häufig von etwa 30 bis 40 % auf bis zu 70 % oder mehr. Dadurch muss weniger Strom vom Energieversorger gekauft werden und langfristig können so Kosten gespart werden.

Eigenversorgung und Versorgungssicherheit

Ein Stromspeicher erhöht die Unabhängigkeit vom Energieversorger, da mehr selbst erzeugter Strom genutzt wird.

Viele Systeme bieten zusätzlich eine Notstromfunktion, sodass bei einem Stromausfall weiterhin Strom im Haushalt verfügbar ist. Diese Funktion ist jedoch nicht bei allen Systemen Standard.

Sind Stromspeicher nachhaltig?

Durch einen höheren Eigenverbrauch wird mehr erneuerbarer Strom direkt genutzt, wodurch weniger Strom aus fossilen Quellen bezogen werden muss.

Das Fraunhofer Institut in Deutschland untersuchte den Energieeinsatz bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus. Pro Wattstunde (Wh) Speicherkapazität werden 500 - 600 Wh an Primärenergie benötigt. Bei halber Entladung entspricht das etwa 1.500 Ladezyklen. Ein Akku mit 14.000 Ladezyklen kann demnach ca. 9-mal so viel Energie speichern, wie bei der Herstellung aufgebracht wurde.

Lithium-Ionen-Batterien sind derzeit am weitesten verbreitet und weisen eine Nutzungsdauer von bis zu 20 Jahren auf. Noch umweltbewusster ist die Nutzung von Natrium-Ionen-Akkus, da Natrium ein umweltfreundlicher und weltweit verfügbarer Rohstoff ist.

Netzoptimierter Betrieb

Stromspeicher bieten nicht nur eine nachhaltige Möglichkeit den Eigenverbrauch zu erhöhen, sie können auch helfen, die Stromnetze zu entlasten. Beim sogenannten netzoptimierten Betrieb wird der Speicher so gesteuert, dass Einspeisespitzen ins öffentliche Netz reduziert werden.

In der Regel wird der Speicher gleich am Vormittag mit dem ersten nicht sofort verbrauchten PV-Strom geladen. Häufig ist dann der Speicher schon im Laufe des Vormittags voll geladen. Gerade um die Mittagszeit, wenn viele PV-Anlagen gleichzeitig große Mengen Strom erzeugen, wird der überschüssige Strom zur Gänze eingespeist und belastet so die Stromnetze. Dies kann durch gezielte Steuerung des Stromspeichers vermieden werden. Beim netzoptimierten Betrieb startet das Ladesystem später mit der Aufladung des Akkus und reserviert eine gewisse Speicherkapazität (kWh), um auch den zu Mittag produzierten Strom zu speichern. Dadurch werden Einspeisespitzen verhindert und das Stromnetz wird weniger belastet.

Grafik für konventionelle versus netzoptimierte Speicherung

Energiemanagement-Systeme und Smart-Home-Anwendungen können dabei unterstützen, Erzeugung und Verbrauch optimal aufeinander abzustimmen.

In Zukunft könnte der netzoptimierte Betrieb durch höhere Einspeisetarife belohnt werden, wenn zum Beispiel die Einspeiseleistung in Absprache mit dem Netzbetreiber einen bestimmten Leistungswert nicht übersteigt.

Pro und Kontra Stromspeicher

Vorteile

  • höherer Anteil des erzeugten Stroms wird selbst verbraucht
  • geringere und stabile Stromkosten
  • mehr Unabhängigkeit vom Stromversorger
  • Notstromversorgung möglich
  • Entlastung des Stromnetzes

Nachteile

  • Anschaffungskosten (+ Wartungs- und Reparaturkosten)
  • technische Zusatzkomponenten (z.B. Gleichrichter, Hybrid-Wechselrichter) erforderlich
  • begrenzte Lebensdauer der Batterie
  • Eigenverbrauchsoptimierung teilweise auch ohne Speicher möglich

In Summe ist ein Stromspeicher eine sinnvolle Ergänzung zu einer PV-Anlage, wenn der Eigenverbrauch erhöht, die Unabhängigkeit gesteigert und das Stromnetz entlastet werden soll.

Der richtige Stromspeicher für Ihr Zuhause

Je nach Stromverbrauch, künftigem Verbrauchsverhalten und Größe der PV-Anlage kann die passende Speichergröße für jeden Haushalt unterschiedlich sein. Eine großzügigere Dimensionierung ist vor allem sinnvoll, wenn

  • der tagsüber produzierte Strom genutzt werden soll, um am Abend ein e-Auto zu laden
  • ein über dem Durchschnitt liegender Stromverbrauch vorliegt
  • eine umfangreiche Notstromfunktion mit wenig Einschränkungen bei längerem Stromausfall gewünscht ist
  • das Interesse besteht, mit flexiblen Tarifen und Teilnahme am Strommarkt den Speicher gezielt zu bewirtschaften
  • eine hohe Bereitschaft besteht, in zukunftsorientierte Maßnahmen zu investieren und einen größeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten 

Technikaffine Nutzerinnen und Nutzer können mit einem gut durchdachten Speichermanagement-System den Betrieb des Speichers optimieren und so den Nutzen zusätzlich erhöhen.

 

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