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Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Was tun gegen steigende Spritpreise?

Aufgrund der geopolitischen Lage sind die Preise für Benzin und Diesel aktuell stark im Steigen begriffen. Elektroautos sind hier klar im Vorteil!

e-Auto Ladevorgang

Als Maßnahme gegen steigende Spritpreise kann man versuchen die gefahrenen Kilometer zu reduzieren sowie spritschonend fahren. Die mittel- bis langfristig bessere und günstigere Lösung ist aber der Umstieg auf ein Elektroauto. Mit dem Wechsel erspart man sich die Spritkosten gänzlich und senkt auch noch die Abhängigkeit von Energiekrisen!

Der Vergleich macht sicher!

Für den korrekten finanziellen Vergleich ist eine sogenannte TCO-Betrachtung (total cost of ownership) notwendig. Hier werden sowohl die Anschaffungskosten als auch die laufenden Betriebskosten herangezogen.

Denn oft greift der Vergleich zu kurz – das e-Auto kostet in der Anschaffung mehr als das Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselantrieb. Das stimmt – noch – aber im Betrieb spielt das Elektroauto einen Trumpf aus. Neben geringeren Kosten für den Strom im Vergleich zu Benzin und Diesel erspart man sich auch laufende Wartungskosten. Auch bei Versicherung und Steuer gibt es Vergünstigungen. Ebenso kann eine Überlegung sein, ein gebrauchtes e-Auto anstatt eines neuen zu kaufen.

Mit dem Autokostenrechner der eNu können zwei Fahrzeuge mit unterschiedlichem Antrieb hinsichtlich ihrer Gesamtkosten und ihrer ökologischen Auswirkungen verglichen werden.

„Treibstoff“ aus Niederösterreich

Der Wechsel zu einem e-Auto bringt aber nicht nur wesentlich geringere Betriebskosten mit sich, sondern auch eine reduzierte Abhängigkeit von Energieimporten. Benzin und Diesel kann man keinesfalls am eigenen Grundstück herstellen und auch die Eigenversorgung in Österreich ist überschaubar. Hingegen ist die erneuerbare Stromproduktion im eigenen Umfeld bzw. in Niederösterreich sehr gut möglich. Neben der Versorgungssicherheit und den geringeren Kosten ergibt sich auch noch ein großer volkswirtschaftlicher Vorteil!

Sprit- und Stromkosten im Detail

Bei einem Literpreis von 2 Euro kommen bereits rund 14 Euro bei einem mittleren Verbrauch auf 100 km zusammen. Beim Strom sind es etwa zwischen 1 und 7 Euro – je nachdem ob oder wie viel man mit dem eigenen PV-Strom laden kann. Bei öffentlicher Ladung können es aber auch 10 Euro pro 100 km sein.

Energiequelle Verbrauch je 100 km € / Einheit € / 100 km
Benzin 7 l 2 € / l 14 €
eigener PV-Strom 21 kWh 0,05 € / kWh 1,05 €
Ökostrom zu Hause 21 kWh 0,35 € / kWh 7,35 €
öffentliche Ladestation 21 kWh 0,50 € / kWh 10,50 €

Demnach ergibt sich beim Elektroauto je nach Quelle des Stroms eine immense Kostenersparnis von ca. 4 bis 13 Euro pro 100 km.

Wenn man 15.000 km im Jahr zurücklegt, ergeben die Sprit-/Stromkosten allein eine Einsparung von etwa 600 bis 2.000 Euro pro Jahr. Damit können in 5 Jahren bis zu 10.000 Euro nur durch die Ersparnis beim Treibstoff zusammenkommen!

Hoher Wirkungsgrad, geringe Betriebskosten

Ebenso beachtlich ist die sehr hohe Energieeinsparung bzw. Effizienzsteigerung von ca. 2/3. So liegt der Systemwirkungsgrad vom gesamten Auto mit Verbrennungsantrieb bei nur etwa 26 %, hingegen bei hohen 81 % beim e-Auto.

Im Vergleich von klimaneutralen Antrieben ist nur die Elektromobilität ausreichend effizient.

Genau dieser technologische Vorsprung ist letztlich auch die Basis für den finanziellen Vorteil. Neben dem geringeren Verbrauch und damit wesentlich reduzierten Treibstoffkosten, ist der elektrische Antrieb auch viel einfacher. Die Auswirkungen sieht man bei den geringeren Service- und Wartungskosten. So gibt es weder Getriebe noch Auspuff oder auch der Wechsel von Motoröl und Zahnriemen entfällt.

Einsparungen bei Steuer und Versicherung

Laufende KFZ-Kosten entstehen darüber hinaus durch die Haftpflichtversicherung sowie die motorbezogene Versicherungssteuer, bei neuen Autos in der Regel auch durch die Kaskoversicherung. Bei der motorbezogenen Versicherungssteuer ergibt sich der finanzielle Vorteil von e-Autos von Gesetzes wegen, da der Elektroantrieb geringer besteuert ist. Bei einem durchschnittlichen Mittelklasse-PKW erspart man sich so 400 bis 500 Euro im Jahr. Zudem ist bei vielen Versicherungen auch die Haftpflicht- und Kaskoversicherung beim e-Auto günstiger.

Das e-Auto als Stromspeicher

Neben den Einsparungen bei den Betriebskosten können Elektroautos zukünftig sogar noch Einnahmen bringen bzw. die eigenen Stromkosten im Haushalt reduzieren. Hinter dem Schlagwort des bidirektionalen Ladens versteckt sich das Potenzial, den Strom vom e-Auto wiederum für den Haushalt (V2H – vehicle to home) oder darüber hinaus für das Stromnetz (V2G – vehicle to grid) zur Verfügung zu stellen. Erste Automodelle sind bereits mit eigenen bidirektionalen Ladestationen verfügbar. Die schon seit Längerem vorhandene internationale Norm ISO 15118-20 hat jedoch leider bislang noch keine Verbreitung gefunden. Die Umsetzung und Anwendung dieser Standardisierung wäre aber nötig, damit auch Autos von unterschiedlichen Herstellern an der gleichen Ladestation entladen werden können.

Haltbarkeit der Batterie

Zuletzt könnten vielleicht noch Bedenken wegen der Batteriehaltbarkeit aufkommen – diese sind jedoch unbegründet. Der Akku im Elektroauto ist für zumindest 2.000 Vollladezyklen ausgelegt. Bei einer Praxisreichweite von 200 bis 300 km ergeben sich damit 400.000 bis 600.000 km Laufleistung bevor die Kapazität auf unter 70 % fällt. Das wären dann bei ursprünglich 300 km immer noch etwas über 200 Praxiskilometer. Zum Vergleich – im Durchschnitt fährt ein Auto nicht einmal 40 km pro Tag.

Beim ÖAMTC kann man den aktuellen Gesundheitszustand des Akkus (SOH – state of health) testen lassen und bekommt damit auch eine präzise Auskunft, wie es bei einem Gebrauchtwagen um den Akku bestellt ist. Der ÖAMTC hat jüngst die Daten aus über 1.200 zurückliegenden Batteriediagnosen ausgewertet. Im Schnitt haben die Autos mit 160.000 km Laufleistung immer noch ca. 85 % ihrer Anfangskapazität. Neben meist langen Garantiezeiten auf Batterie und elektrischen Antriebsstrang (7 Jahre und mehr sind durchaus üblich) belegt auch diese Auswertung, dass der Akku nicht lebensdauerbeschränkend ist. Im Regelfall führen andere Mängel dazu, dass das e-Auto nicht mehr fahrbereit ist.  Die Lebensdauer von e-Autos unterscheidet sich demnach nicht von jener herkömmlicher Verbrennerfahrzeuge.

Ökologische Vorteile

Neben der genannten Kostenersparnis bringt der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf die Elektromobilität auch einen großen ökologischen Effekt mit sich. Die CO2-Einsparung ist enorm und aus Klimaschutzgründen unumgänglich. Aus dem Verkehrssektor kommen über 40 % der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Somit ist klar: die Klimaziele – einschließlich der vorgesehenen Reduktion der Treibhausgasemissionen – sind ohne Änderungen bei der Mobilität unerreichbar. Mit dem Elektroauto ist man lokal ohne CO2-Emissionen unterwegs und der Geräuschpegel ist bei niedrigen Geschwindigkeiten geringer. Durch das Laden mit erneuerbarem Strom wird die volle ökologische Wirkung entfaltet. So entstehen bei einem Auto mit Verbrennungsmotor laut Ökobilanz vom Umweltbundesamt rund 260 g CO2-Äquivalent pro Fahrzeugkilometer – über den gesamten Lebenszyklus und damit von der Produktion bis zur Entsorgung. Zum Vergleich: beim e-Auto sind es ca. 110 g mit dem österreichischen Strommix und etwas unter 70 g bei Ökostrom! Damit verursachen 4 Elektroautos die gleichen CO2-Emissionen wie 1 PKW mit Verbrennungsmotor!

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