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Großspeicher in der Gemeinde

Großspeicher gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) unterstützt Gemeinden mit Information, Orientierung und fachlicher Expertise rund um Großspeicherprojekte.

Der Großspeicher in der Marktgemeinde Wolkersdorf ist ein wichtiger Baustein für die regionale Energieversorgung.

Mit dem Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen steigt der Bedarf an leistungsfähigen Speichern. Großspeicher können überschüssige Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen. Damit unterstützen sie die Integration erneuerbarer Energien, erhöhen die Flexibilität des Stromsystems und tragen zur Versorgungssicherheit bei. 

Immer häufiger werden Gemeinden mit Anfragen zu möglichen Speicherstandorten konfrontiert. Da Großspeicher langfristige Infrastrukturprojekte sind, sollten Standort- und Widmungsentscheidungen nicht ausschließlich anhand möglicher Einnahmen getroffen werden. Vielmehr gilt es, Chancen, Nutzen und Auswirkungen ganzheitlich zu betrachten.

Unser Unterstützungsangebot

Großspeicherprojekte werfen in Gemeinden vielfältige Fragen auf. Neben der Standortwahl und raumordnungsrechtlichen Aspekten geht es oft um den Nutzen für die Gemeinde, Sicherheitsfragen oder die Information der Bevölkerung.

Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich unterstützt Gemeinden dabei mit unabhängiger Information, fachlicher Orientierung und gezielter Beratung. Ziel ist es, Gemeinden bei der Bewertung von Projekten zu unterstützen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Unser Angebot umfasst konkret

  1. Beratung bei der Bewertung des Nutzens für die Gemeinde
  2. Begleitung bei Fragen zur Widmung und Genehmigung
  3. Vermittlung von relevanten Fachstellen und Expertinnen bzw. Experten
  4. Unterstützung bei der Bewusstseinsbildung

Information und Kontakt

Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
T +43 2742 219 19
speicher@enu.at

Sieben Aspekte für erfolgreiche Widmungsentscheidungen

1. Den Nutzen für die Gemeinde bewerten

Am Beginn jeder Standortdiskussion sollte die Frage stehen: Welchen konkreten Mehrwert bringt das Projekt für die Gemeinde?

Mögliche Erlöse für die Gemeinde können dabei ein wichtiger Faktor sein, sollten jedoch nicht das einzige Entscheidungskriterium darstellen. Zu beachten sind ebenso die regionale Wertschöpfung, Beiträge zu den Klima- und Energiezielen der Gemeinde sowie eine Stärkung der regionalen Energieversorgung.
Auch Kooperationen mit Energiegemeinschaften können zusätzliche Möglichkeiten schaffen und den Nutzen eines Projekts für die Gemeinde erhöhen.

2. Den Standort sorgfältig auswählen

Die Standortwahl zählt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Großspeicherprojekts. Da Speicheranlagen meist über viele Jahrzehnte betrieben werden, empfiehlt sich eine umfassende Prüfung möglicher Standorte.

Neben dem Umfeld von Umspannwerken und Trafostationen sind auch Flächen in der Nähe von Erzeugungsanlagen und Stromverbrauchern besonders geeignet. Wichtig ist eine gute Anbindung an das bestehende Straßennetz, um den Standort erschließen zu können. Gleichzeitig sollten ausreichende Abstände zu Wohngebieten sowie mögliche Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild berücksichtigt werden. Auch Hochwassergefährdungen, naturschutzfachliche Vorgaben und andere Nutzungskonflikte sind frühzeitig zu prüfen.

Vor einer Umwidmung lohnt sich zudem ein Blick auf bereits verfügbare Alternativen. Bestehende Gewerbegebiete, Industriebrachen oder andere technisch genutzte Flächen können oftmals geeignete Standorte darstellen.

Tipp für Gemeinden: Im Umfeld von Umspannwerken und Trafostationen sind potenziell geeignete Flächen häufig bereits bekannt. Gemeinden können daher frühzeitig mit Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern in Kontakt treten und mögliche Entwicklungen aktiv mitgestalten.

3. Raumordnung und Widmung frühzeitig klären

Bevor eine Widmungsentscheidung getroffen wird, sollten die raumordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen umfassend geprüft werden. Dabei sind bestehende Widmungen, naturschutzrechtliche Vorgaben, Hochwassergefährdungen, Schutzgebiete sowie mögliche Nutzungskonflikte mit Landwirtschaft oder anderen Entwicklungszielen der Gemeinde zu berücksichtigen.

Dabei sollten unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • Ist der Standort aus Sicht der Raumordnung geeignet?
  • Welche Widmung ist erforderlich?
  • Welche Auswirkungen entstehen für angrenzende Grundstücke?
  • Gibt es Nutzungskonflikte mit anderen Entwicklungszielen der Gemeinde?

Mehr Informationen finden Sie in unserem Leitfaden für die Genehmigung von Großspeichern.

Bei Fragen zur Raumordnung und Widmung wenden Sie sich bitte an:
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht (RU1), post.ru1@noel.gv.at

Bei Fragen zum Anlagenrecht wenden Sie sich bitte an:
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Umwelt- und Anlagenrecht (WST1), post.wst1@noel.gv.at

4. Den Projektwerber genau prüfen

Neben dem Standort spielt auch der Projektwerber eine wichtige Rolle. Gemeinden sollten sich daher frühzeitig ein Bild über das Unternehmen und dessen Erfahrungen machen.

Hilfreich sind Informationen zu bereits realisierten Projekten, Referenzen sowie zur langfristigen Betriebsabsicht des Investors. Transparenz und nachvollziehbare Planungsunterlagen schaffen zusätzlich Vertrauen.

5. Sicherheit von Anfang an mitdenken

Ein schlüssiges Sicherheits- und Brandschutzkonzept ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung eines Großspeicherprojekts. Es bildet die Grundlage für klare Regelungen zu Betrieb, Wartung und Notfallmanagement. Dazu gehören unter anderem Brandschutzpläne, Anlagenpläne sowie alle für den Einsatz relevanten Unterlagen.

Besonders wichtig ist die frühzeitige Einbindung der örtlichen Feuerwehr. So können lokale Anforderungen und Erfahrungen bereits in die Planung einfließen und mögliche Fragestellungen frühzeitig geklärt werden.

Seit Juli 2026 steht mit der TRVB 165/26 (N) zudem eine Technische Richtlinie für den vorbeugenden Brandschutz bei Batteriespeichersystemen zur Verfügung. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands.

6. Den Rückbau absichern

Auch wenn die Inbetriebnahme meist im Mittelpunkt steht, sollte bereits vor einer Widmung geklärt werden, was nach dem Ende der Betriebsdauer passiert.

Wichtige Fragen betreffen die Finanzierung des Rückbaus, mögliche finanzielle Sicherheiten sowie die Wiederherstellung der betroffenen Flächen. Ebenso sollte festgelegt werden, ob Fundamente und technische Einbauten vollständig entfernt werden müssen. Klare Regelungen schaffen langfristige Sicherheit für die Gemeinde.

7. Die Bevölkerung frühzeitig informieren

Erfolgreiche Infrastrukturprojekte zeichnen sich durch Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen aus. Eine frühzeitige Information der Bevölkerung hilft, Fragen und Anliegen rechtzeitig aufzugreifen und Vertrauen aufzubauen.

Dazu gehören verständliche Informationen über den Nutzen des Projekts, die Gründe für die Standortwahl sowie mögliche Auswirkungen auf das Umfeld. Auch die frühzeitige Einbindung von Anrainerinnen und Anrainern kann wesentlich zum Projekterfolg beitragen.

Gut vorbereitet zu einer Entscheidung

Großspeicher sind langfristige Infrastrukturprojekte und sollten daher sorgfältig geprüft werden. Gemeinden sollten mögliche Standorte nicht ausschließlich anhand wirtschaftlicher Aspekte bewerten, sondern auch Kriterien wie Raumordnung, Sicherheit, Flächennutzung und Akzeptanz frühzeitig einbeziehen. So können Chancen und Herausforderungen frühzeitig erkannt und tragfähige Entscheidungen getroffen werden. Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich steht Ihnen dabei gerne mit fachlicher Expertise und Orientierung zur Seite.

Lassen Sie sich beraten!

Energieberatung NÖ
+43 2742 22 144
Montag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr
energieberatung@enu.at

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