Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Das Energiespar 1x1

Die aktuell hohen Kosten für Energie und die Herausforderungen in Sachen Klimaschutz machen es notwendig: Sparen bei Strom, Mobilität und Heizung! Wir haben Ideen für Sie zusammengefasst. 

Geldscheine und Münzen

Die Energiekosten machen rund ein Viertel der Haushaltsausgaben aus - und aktuell erfahren wir täglich aus den Medien, dass sie steigen bzw. sich auf einem sehr hohen Niveau befinden. Wer folgende Tipps befolgt, kann Energie(kosten) sparen. Viele der folgenden Vorschläge sind einfach, kostengünstig und rasch umsetzbar. Andere sind mit etwas mehr Aufwand verbunden. 

Strom

1. Stromfresser identifizieren

Häufig treiben vor allem unentdeckte Stromfresser die Stromrechnung in die Höhe. Darunter fallen beispielsweise Frostwächter, Aquarien, Wasserbetten oder Ähnliches. Um Stromfressern auf die Spur zu kommen, empfiehlt sich die Verwendung eines Energiemessgerätes. Auch alte Haushaltsgeräte, Heizungspumpen oder Boiler können viel Strom verbrauchen. 

2. Energieeffiziente Geräte anschaffen

Beim Neukauf von Geräten, vor allem bei Haushaltsgroßgeräten, immer auf die höchste Energieeffizenzklasse achten. Denn auch wenn der Anschaffungspreis erstmal höher liegt, zahlt sich die Investition langfristig aus. Seit März 2021 gibt es ein neues EU-Energielabel, das die energieeffizientesten Geräte klar ersichtlich kennzeichnet. Auch ein Blick auf die Webseite www.topprodukte.at hilft bei der Entscheidungsfindung. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern sollte ein Energie- und/oder Wassersparprogramm vorhanden sein. 

3. Elektrische Warmwasserbereitung ersetzen

Warmwasser kann durch Solaranlagen, Photovoltaikanlagen oder auch Brauchwasser­wärmepumpen stromsparend produziert werden. Der Einsatz von wassersparenden Duschköpfen, Armaturen und Düsen spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie für die Warmwasseraufbereitung. Duschen statt zu baden spart ebenso Strom und Wasser. Begrenzen Sie die Speichertemperatur mit 60 °C und dämmen Sie Speicher, Warmwasserleitungen und Anschlüsse lückenlos. Je kleiner das Speichervolumen des Warmwasserspeichers ist, desto weniger Energie wird verbraucht. Speicher, die nur selten benutzt werden, können zum Beispiel mit einer Zeitschaltuhr betrieben werden. 

4. Effiziente Heizungspumpe 

Moderne Pumpen sind drehzahlgeregelt (elektronisch) und sparen bis zu 80 % Strom. Bei alten Pumpen, die nicht getauscht werden (können), kann der Stufenschalter um eine Stufe zurückgestellt werden, sofern es trotzdem warm genug bleibt. Im Sommer sollte die Heizung immer auf Sommermodus gestellt bzw. ganz ausgeschalten werden. 

5. Beleuchtung 

Stellen Sie unbedingt von Glühbirnen auf LED-Beleuchtung um, denn im Vergleich braucht die LED-Technologie bis zu 80 % weniger Strom. Achten Sie beim Kauf der LED-Leuchtmittel auf eine angenehme Lichtfarbe und einen hohen Farbwiedergabeindex (Ra). Vor allem dort, wo das Licht lange brennt, sollten Glühbirnen schnellstmöglich ausgetauscht werden. Schon bei der Planung des Hauses sollte man darauf achten, dass Lampen dort vorgesehen sind, wo sie auch wirklich benötigt werden. Deckenfluter verbrauchen im Übrigen sehr viel Energie, aufgrund der großen indirekt beleuchteten Fläche. 

6. Licht aus, wenn niemand im Raum ist 

Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie den Raum verlassen. Bei Weihnachtsbeleuchtung helfen einerseits die LED-Technik, aber auch eine Zeitschaltuhr beim Stromsparen. 

7. Stand-By-Verbrauch vermeiden

Geräte verbrauchen auch im Stand-By-Betrieb Strom. Am besten ist es, nicht verwendete Geräte vom Netz zu nehmen bzw. mittels praktischer Steckerleisten Stand-By-Verbrauch zu vermeiden. Achtung auch Ladegeräte, die unbenutzt in der Steckdose bleiben, verbrauchen Strom.

8. Effizientes NutzerInnenverhalten im Haushalt

Kühlen und Gefrieren

  • Temperaturen prüfen: 6 °C im Kühlschrank und -18 °C im Gefrierschrank reichen aus.
  • Lüftungsschlitze sollte man immer sauber halten, und Geräte (ohne Abtauautomatik) regelmäßig bzw. zumindest ein Mal pro Jahr abtauen.
  • Gefriergut kann man schonend im Kühlschrank auftauen. Warme Speisen sollte man unbedingt erst ganz auskühlen lassen, bevor sie in den Kühl- oder Gefrierschrank wandern.
  • Generell sollten Kühl- und Gefriergeräte an einem möglichst kühlen Ort aufgestellt werden und auf gute Belüftung für den Wärmetauscher gilt es ebenfalls zu achten.
  • Die Größe des Kühlschranks sollte so gewählt werden, dass er nicht zu groß dimensioniert ist und für die jeweiligen Verhältnisse passt. Denn je größer das Gerät, desto höher sein Stromverbrauch. Ein Richtwert ist 60 Liter Kühlinhalt pro Person.
  • Alte Geräte sollten ordnungsgemäß entsorgt werden und keinesfalls als Reserve im Keller weiterbetrieben werden.  

Geschirrspüler

  • Wenn vorhanden, sollten Energiespar- bzw. Wassersparprogramme gewählt werden.
  • Den Geschirrspüler sollte man immer erst einschalten, wenn er voll beladen ist.
  • Wenn möglich sollte der Geschirrspüler an die Warmwasserleitung angeschlossen werden, um Energie fürs Aufheizen des Wassers zu sparen. Vor allem, wenn Sie Warmwasser mit einer eigenen Solaranlage produzieren, ist das Sparpotenzial hier groß.
  • Beim Geschirrspüler gilt - im Gegensatz zum Kühlschrank - je größer, desto besser. Denn der Energieverbrauch von Geräten mit 45 cm Breite ist beinahe gleich groß, wie jener von Geräten mit 60 cm Breite. 

Waschen und Trocknen

  • Wenn es der Verschmutzungsgrad zulässt, immer eine möglichst niedrige Waschtemperatur wählen. Normal verschmutzte Wäsche wird so schonend gereinigt. Vorwäsche ist meist nicht nötig - im Normalfall reichen Kurzprogramme. Energiesparprogramme dauern zwar meist länger, dies liegt aber an den Einwirkzeiten.
  • Auch die Waschmaschine sollte immer voll beladen sein. Achten Sie unbedingt auf die richtige Füllmenge, denn so erhalten Sie ein optimales Waschergebnis bei niedrigem Verbrauch.
  • Wer die Möglichkeit hat, die Waschmaschine ans Warmwasser anzuschließen und eine Solaranlage besitzt, spart beim Aufheizen Energie.
  • Moderne Waschmaschinen verfügen bereits über Dosierautomatiken - so kann auch beim Waschmittel gespart werden.
  • Das Trocknen der Wäsche auf der Wäscheleine ist günstiger, als der Wäschetrockner.
  • Je trockener die Wäsche beim Aufhängen ist (hohe Schleuderzahl beim Waschen), desto weniger Energie braucht man, um sie zu trocknen.
  • Das Flusensieb des Trockners sollte regelmäßig gereinigt werden. Auch beim Trockner immer darauf achten, die Füllmenge gut zu wählen.
  • Es gibt auch Trockner mit Knitterschutz - so spart man sich das Bügeln und den dafür nötigen Strom sowie die Zeit. 

Kochen und Backen

  • Immer zusammenpassenden Topf und Herdplatte nehmen und einen Deckel verwenden.
  • Kleingeräte wie Wasserkocher, Eierkocher oder Dampfgarer brauchen meist weniger Strom als der Herd.
  • Die Platte kann schon früher ausgeschaltet werden, um so die Restwärme zu nutzen.
  • Bei längeren Kochzeiten braucht ein Druckkochtopf weniger Energie als ein normaler Topf. 
  • Die Heißluftfunktion beim Herd braucht grundsätzlich weniger Energie als Ober- und Unterhitze.
  • Auch beim Backen empfiehlt sich die Restwärmenutzung bzw. kann auf Vorheizen verzichtet werden. 

Kleingeräte

  • Immer mehr elektrische Haushaltsgeräte bestimmen unseren Stromverbrauch: Fernseher, PC, Laptop, Spielkonsolen, Handy und Co.
  • Vor allem der Stand-By-Verbrauch ist hier beachtlich - deshalb sollten ungenutzte Geräte immer vom Netz getrennt werden.
  • Energieeinstellungen können häufig selbst gewählt werden. Vor allem bei Laptop, PC und Handy kann man die Energiesparoptionen wählen.
  • Selten benutzte Geräte wie Drucker, Scanner und Co immer nur bei Bedarf einschalten

9. Klimageräte - im Sommer einen kühlen Kopf bewahren

Anstatt eines Klimagerätes sollte man auf natürliche Verschattung durch Bäume setzen oder Verschattungs­maßnahmen bei den Fenstern anbringen. Auch eine gute Außenwanddämmung sorgt dafür, dass die Hitze nicht in den Raum gelangt. Richtiges Lüftungsverhalten - vor allem abends oder nachts lüften - hilft ebenso beim Sparen. 

Wer sich dennoch für eine Klimaanlage entscheidet, sollte stationäre Split-Geräte verwenden. Vor der Anschaffung lohnt sich ein Blick auf www.topprodukte.at. Die Fenster während des Tages verschlossen und verschattet halten. 

10. Energiebuchhaltung führen

Wer den Stromverbrauch regelmäßig abliest und notiert, kann Unregelmäßigkeiten schneller erkennen und Ursachen ermitteln. Am besten Sie bringen durch einen regelmäßigen Ablesetag, zum Beispiel immer am Monatsersten, eine gewisse Routine in die Energiebuchhaltung und haben so Ihren Verbrauch gut im Blick. 

11. Strom selbst erzeugen

Wenn Sie die Möglichkeit haben, ist die Installation einer Photovoltaikanlage empfehlenswert. So können Sie den Strom, den Sie verbrauchen (zumindest zum Teil) selbst erzeugen bzw. sogar das E-Auto damit umweltfreundlich laden

Mobilität 

Das größte Einsparpotenzial liegt im Bereich der Mobilität. Auch hier sind die Preise für fossile Brennstoffe, wie Benzin und Diesel in der Vergangenheit gestiegen. 

1. Öffentliche Verkehrsmittel 

Wo es möglich ist, sollte man statt mit dem eigenen PKW lieber mit Öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Auch die Kombination mehrerer Verkehrsmittel ist eine gute Möglichkeit: So kann man beispielsweise mit dem Rad zum Bahnhof fahren oder vom Bahnhof mit dem Leih- oder Falt-Rad zur Arbeitsstätte. 

2. Das Auto so oft es geht stehen lassen

Das spart Sprit, sorgt für weniger umweltschädliche CO2-Emissionen und schont so die Umwelt. Außerdem tut es auch der eigenen Fitness und Gesundheit gut. Ein großer Teil unserer täglichen Wegstrecken ist unter 5 km lang - das ist eine gut geeignete Länge, um sie mit dem Rad zurückzulegen. 

3. e-mobil statt fossil

Ein Elektrofahrzeug hat zahlreiche Vorteile! Die moderne Technik, eine sehr gute Beschleunigung und die geringe Geräuschentwicklung sorgen für ein angenehmes Fahrgefühl. Außerdem kann man sauberen und günstigen Strom aus Erneuerbaren tanken (Vielleicht sogar mit der eigenen PV-Anlage produziert?) und mit dem emissionsfrei betriebenen E-Auto aktiven Klimaschutz betreiben.

In Bezug auf die Kosten sind zwar die Anschaffungskosten höher, dafür entfällt die motorbezogene Versicherung und die Wartungs- und Servicekosten sind geringer als beim konventionellen PKW. 

4. Carsharing-Angebote nutzen

Teilen statt besitzen lautet hier das Motto. Eine tolle Idee, vor allem in Kombination mit Elektromobilität. Denn ein e-Carsharing-Auto kann mehrere eigene/private (Verbrenner-)-PKW ersetzen. Vor allem weil ein privates Fahrzeug im Durchschnitt nur eine Stunde täglich wirklich gefahren wird - die restliche Zeit ist es lediglich geparkt. In Niederösterreich gibt es bereits viele erfolgreich etablierte e-Carsharing-Projekte. 

5. Fahrgemeinschaften

Das Bilden von Fahrgemeinschaften kann beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit gut funktionieren - vielleicht gibt es einige Kolleginnen oder Kollegen, die in Ihrer Nähe wohnen? Es gibt auch im World-Wide-Web verschiedene Mitfahrbörsen, über die man sich eine Mitfahrgelegenheit organisieren kann. 

6. Spritsparendes Fahrverhalten

Für alle jene, die mit dem fossil betriebenen Auto unterwegs sind, empfiehlt sich ein angepasstes, spritsparendes Fahrverhalten

7. Augen auf beim Autokauf

Konsumentscheidungen sollten generell gut überlegt sein, vor allem aber, wenn es um ein neues Auto geht. In erster Linie sollte man bei einem Neukauf auf Elektromobilität setzen und sich für ein gut dimensioniertes, für die individuellen Bedürfnisse passendes Model entscheiden. Wir haben eine kleine Entscheidungshilfe bzgl. der unterschiedlichen Antriebsmöglichkeiten und ihrer Vor- und Nachteile erstellt und auch ein Blick in unseren praktischen Autokostenrechner lohnt sich!  

Heizung

1. Dämmung der obersten Geschoßdecke 

Die wirtschaftlichste Art Heizenergie einzusparen ist es, die oberste Geschoßdecke zu dämmen. Wer die schlecht oder gar nicht gedämmte Decke mit einer Dämmung versieht, kann trotz geringer Investitionskosten viel Heizenergie einsparen. 

2. Dämmung der Außenwände

Die Dämmung der Fassade beim Einfamilienhaus hat viel Sparpotenzial und bringt zeitgleich hohen Komfortgewinn. Wenn die Fassade eine Renovierung benötigt, bietet sich eine gleichzeitige Dämmung an, da die Kosten für Einrüstung ohnehin anfallen. Eine gute Außendämmung verhindert in vielen Fällen auch Schimmelbildung und schützt ebenfalls vor sommerlicher Überwärmung

3. Effiziente, klimafreundliche Heizung

Wer die alte, fossile Heizung gegen eine effiziente Heiztechnologie mit erneuerbaren Energieträgern tauscht, sorgt für geringere Heizkosten und kann sich aktuell auch noch attraktive Förderungen abholen. Wie Sie Schritt für Schritt zu Ihrer neuen, am besten geeigneten Heizung kommen, haben wir für Sie zusammengefasst. 

Auch die Wartung und optimierte Einstellung können zur Senkung der Heizkosten beitragen. Wer Thermostatventile verwendet, kann die einzelnen Heizkörper direkt regeln. Mit relativ wenig Aufwand können beispielsweise Heizungsrohre gedämmt werden. Denn eine gute, lückenlose Dämmung von Heizungsrohren und Warmwasserleitungen verhindert Wärmeverluste in unbeheizten Räumen. Das gilt auch für Pufferspeicher und Warmwasserboiler. 

Wenn Sie mit Heizkörpern heizen, sollten diese gut sichtbar sein - also nicht durch Möbel oder Vorhänge verstellt und verdeckt sein. Das regelmäßige Entlüften der Heizkörper sorgt dafür, dass die Wärmeverteilung gut funktioniert. Je nach Raum sollte die Temperatur beim Heizen entsprechend eingestellt werden, um Heizenergie zu sparen: In Wohn- und Kinderzimmern empfiehlt sich eine Temperatur von 22 °C, im Schlafzimmer reichen meist 19 °C und im Badezimmer sind es 24 °C. Nachts können die Temperaturen abgesenkt werden.

Auch richtiges Lüftungsverhalten trägt dazu bei, die Heizkosten zu senken und beugt Schimmelbildung vor. Wenn keine Komfortlüftung vorhanden ist, gilt es durch Quer- oder Stoßlüften für Frischluft in den Innenräumen zu sorgen. Gekippte Fenster bei eingeschalteter Heizung sind nicht empfehlenswert. 

4. Wartung und Austausch von Fenstern 

Auch über undichte Fenster kann wertvolle Energie verloren gehen. Wenn undichte Stellen an Fenstern identifiziert wurden - am besten ein angezündetes Teelicht dazu verwenden - kann eine neue Dichtung (ein Dichtungsband) angebracht werden. Auch das richtige Einstellen von Fenstern und Türen kann man dafür sorgen, dass Energieverluste minimiert werden. 

Ein Fenstertausch empfiehlt sich vor allen in Kombination mit einer Fassaden­renovierung bzw. Dämmung. Bei den neuen Fenstern sollte bei der Anschaffung unbedingt auf gute Wärmedämm­eigenschaften geachtet werden. Sehr gute Fenster verfügen über einen Gesamt-U-Wert (Uw) von ca. 0,8 W/m²K. Beim Erneuern der Fenster sollte auch auf die Verschattung Rücksicht genommen werden - am effektivsten sind Außenrollläden, Außenjalousien, Raffstore und Fensterläden.

Besonders wichtig ist, dass die Fenster fachgerecht nach ÖNORM B 5320 eingebaut werden. 

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