Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Hohe Brennstoffkosten – was tun?

Ölheizungen sind aufgrund des großen CO2-Ausstoßes nicht nur extrem klimaschädlich, sondern auch im Betrieb langfristig die teuerste Heizform. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Heizkosten deutlich senken und auf welche Heizung Sie am besten umsteigen können.

Sparschwein mit Thermostat

Zu hohe Heizkosten? Was tun?

Liegen Ihre Heizkosten im roten Bereich (ab 15 € /m² beheizter Fläche) sind Ihre Heizkosten jedenfalls zu hoch.

heizkostenliste

Auf längere Sicht ist Heizen mit Erdgas oder Heizöl teuer. Da ein Heizsystem eine Entscheidung für Jahrzehnte ist, kommt es nicht auf den momentanen Brennstoffpreis an, sondern das langjährige Mittel. Mit diesen Energieträgern kommen Sie im Mittel über einen längeren Zeitraum gesehen leicht in den roten Bereich.

Heizen Sie mit einer Wärmepumpe oder einer Holzheizung (Pellets, Hackschnitzel oder Stückholz) profitieren Sie von niedrigeren Energiekosten. Ihr Energieverbrauch ist aber auch schon im gelben Bereich zwischen 10 und 12 € / m² überhöht und Dämmen zahlt sich aus.

Grafik: Der Vergleich der Heizkosten im Nov. 2018 bescheinigt der Wärmepumpe die geringsten Stromkosten, gefolgt von Holzpellets. Am teuersten ist Heizöl.
Langfristig gesehen sind die Brennstoffkosten für Heizöl teurer als für Holzpellets. Die geringsten Heizkosten hat die Wärmepumpe.

Dämmen oder Heizungstausch

Bei unsanierten Gebäuden und überdurchschnittlich hohen Heizkosten sollte vor einem möglichen Heizkesseltausch geprüft werden, ob und wenn ja welche Dämmmaßnahmen sinnvoll vorab durchzuführen sind. Bei sehr hohen Heizkosten macht sich die Dämmung bezahlt.

Geben Sie einen Energieausweis in Auftrag zur Erstellung eines Sanierungsfahrplanes, mit dem Sie den Wert Ihres Gebäudes erhalten können, indem Sie es schrittweise sanieren und auf den Stand der Technik bringen. Im Zuge einer umfassenden Sanierung können Sie gut die Hälfte Ihrer Heizkosten einsparen. Die Dämmung der obersten Geschoßdecke rechnet sich rasch und ist relativ einfach und günstig zu bewerkstelligen. Wenn Sie mit ihr beginnen, können Sie schon etwa ein Viertel an Heizkosten einsparen und das bei Dämmstoffkosten von lediglich etwa 1 € pro Quadratmeter und Zentimeter Dämmstärke.

Ist Ihre Heizung bereits 20 Jahre alt, sollten Sie an einen Austausch denken. Neue Heizkessel verbrennen wesentlich energiesparender. Bei Öl- oder Gasheizungen nützen Sie die Gelegenheit günstiger Förderungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien.

Welche Heizung ist die richtige für mich?

Neubau

Empfehlenswert ist ein Wärmeabgabesystem wie z.B. eine Fußbodenheizung, die mit einer niedrigen Heizungswassertemperatur von max. 40° C betrieben wird. Dadurch ist die Wärmeverteilung im Raum gleichmäßiger und sie können sich zwischen einer Biomasseheizung, d.h. einer Heizung mit Stückholz, Pellets oder Hackschnitzel, oder einer Wärmepumpe entscheiden.

Altbau

Bei Heizungswassertemperaturen über 40° C und bei thermisch nicht oder unzureichend sanierten Gebäuden mit hohem Energiebedarf empfiehlt sich der Einbau einer Biomasseheizung.

Das Online-Tool Hexit: Der Öl-raus-Kompass

Mit dem Online-Tool Hexit (Heizöl-Exit) finden Sie in nur drei Schritten die beste Alternative zu Ihrer Öl- oder Gasheizung. Individuell auf Ihr Haus und Ihre Vorlieben abgestimmt. Fast wie eine Energieberatung.

Hier geht's zum HEXIT-Tool

Noch immer gibt es ca. 90.000 Ölheizungen in Niederösterreich. Jede davon ist eine zu viel, denn Heizöl erzeugt große Mengen an Treibhausgasen. In Zukunft ist mit erneuerbaren Energien eine bessere Versorgungssicherheit gegeben. Es macht ein gutes Gefühl Sonnenwärme in Form von Biomasse oder Umgebungswärme für Wärmepumpen zu nützen, denn diese Heizungen verursachen außerdem viel geringere Treibhausgase.

Grafik: Heizungstausch ist Klimaschutz. Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Holzheizung spart rund 7 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr
Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Holzheizung zählt zu den größten Klimaschutzmaßnahmen im privaten Haushalt.

Erneuerbare Energien schaffen regionalen Wohlstand

Erneuerbare Brennstoffe behalten die Wertschöpfung im Land. Mit dem Austausch aller Ölheizungen in Niederösterreich gegen erneuerbare Heizsysteme könnten über 40.000 neue Jobs geschaffen werden. Und so behalten wir das Geld für Öl im Land. Wie ein Ölscheich können wir mit einer Solaranlage einen Teil unseres Energiebedarfs selbst vor Ort erzeugen. Das reduziert die Abhängigkeit vom Ausland.

Für fossile Heizungen hat die Bundesregierung ein Auslaufprogramm geplant. Öl und Gas sind viel zu schade zum Verheizen und es gibt bewährte Alternativen. In einigen Bundesländern besteht bereits ein Ölheizungsverbot in Neubauten, sehr bald wird es auch, wie demnächst in Salzburg, ein Verbot des Heizkesseltausches auf eine Ölheizung geben. Ab 2025 müssen Ölheizungen verpflichtend getauscht werden und Erdgasheizungen werden voraussichtlich nur mehr ausnahmsweise in Neubauten eingebaut werden. Ab 2035 soll es praktisch keine fossilen Heizungen mehr geben. Haben Sie also eine Heizöl- oder Erdgasheizung sind die vorgesehenen Förderungen eine gute Gelegenheit für den Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Sie profitieren dann in weiterer Folge von den niedrigeren Heizkosten durch Wärmepumpe und Holz.

Das Video zeigt die große Anzahl alternativer Heizungen hin. Im Interview Mag. Peter Haftner, eNu

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