Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Maßnahmen gegen die zunehmende Hitze in NÖ

Die Temperaturen in Niederösterreich steigen Jahr für Jahr und werden in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen. Dadurch erhöhen sich die gesundheitlichen Folgen der Hitze für uns Menschen. Richtiges Verhalten im Freien sowie Maßnahmen für kühlere Innenräume schaffen Abhilfe.

Die Zunahme der Temperatur ist bereits heute deutlich spürbar. Die Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) erhebt seit 1768 Klimadaten und erstellt Langzeitklimareihen. Seit 1970 zeigt die Trendkurve der Jahres-Mitteltemperatur für NÖ nach oben. Dieser Anstieg hält seit Jahrzehnten ungebrochen an, wie die Grafik zeigt.

Seit 1961 sind die Hitzetage in NÖ (Tage mit einer Lufttemperatur größer als 30 °C) von durchschnittlich 8 auf 17 Tage pro Jahr angestiegen. In St. Pölten gab es im Rekordsommer 2015 bereits 41 Hitzetage, Tendenz weiter steigend.  

Grafik der mittleren Jahrestemperatur in NÖ von 1768 bis 2018
Die Jahresmitteltemperatur im nördlichen Österreich steigt laufend und liegt schon ca. 2 Grad über den Werten von 1980

Klimaprognosen gehen von einer deutlichen Zunahme der Hitze in NÖ aus

Die Szenarien für NÖ zeigen bis zum Jahr 2100 einen deutlichen Anstieg der Hitzetage. Selbst bei hohen Anstrengungen im Klimaschutz (Szenario RCP4.5) und einem globalen Temperaturanstieg von „nur“ 2,6 °C gegenüber dem vorindustriellen Wert, wird es in ganz NÖ und vor allem im Flachland zu 10 bis 15 Hitzetagen mehr kommen, bei weniger erfolgreicher Klimaschutzpolitik werden bis zu 34 zusätzliche Hitzetage jährlich erwartet. Die Grafik zeigt anschaulich wie im Donauraum, im Weinviertel und im Wiener Becken die Hitzetage massiv zunehmen werden (rote Bereiche).   

Grafik mit verschiedenen Prognosen zur Abweichung vom aktuellen Klima (Temperaturerhöhung) in NÖ bis zum Jahr 2100. Jeweils 3 Prognosen mit hohen Anstrengungen und 3 Prognosen mit geringen Anstrengungen im Klimaschutz.
Ohne entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz müssen wir in NÖ mit bis zu 34 zusätzlichen Hitzetagen pro Jahr rechnen.

Die Hitze hat spürbare Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Bei hohen Temperaturen denken viele an perfektes Badewetter, daher werden die Folgen oft falsch eingeschätzt. Bereits jetzt gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote in Österreich. Gerade ältere oder geschwächte Menschen sind besonders von Hitzewellen betroffen.

Wie kann ich mich vor Hitze schützen?

An oberster Stelle steht die Verringerung des Hitzestresses für den Körper.

  • Körperliche Belastung wie Sport oder schweres Arbeiten bei großer Hitze vermeiden.
  • Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Im Freien direkte Sonneneinstrahlung meiden und im Schatten bleiben.
  • Auf ältere Menschen sowie Nachbarinnen und Nachbarn achten.

Kühle und angenehme Innenräume – geht das nur mit einer Klimaanlage?

Angenehm kühle Innenräume sind der ideale Rückzugsort, um sich bei großer Hitze zu regenerieren und Kraft zu tanken. Besonders wichtig ist der Schlaf, bei zu hohen Temperaturen kann sich der Körper nicht ausreichend erholen.

Eine Klimaanlage kann Abhilfe verschaffen, bringt aber auch einige Nachteile. Neben hohen Anschaffungskosten ist eine Klimaanlage ein Stromfresser und schlägt sich auf die monatlichen Energiekosten nieder. Hinzu kommt, dass die Luft trocken wird, es zu einem Luftzug kommt und die Kompressoren der Geräte laut sind. Mit den richtigen Maßnahmen hat Hitze auch ohne Klimaanlage in den eigenen vier Wänden keine Chance.

Tipps um hohe Temperaturen in Gebäuden zu reduzieren

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die gesetzt werden können, damit sich Gebäude während Hitzeperioden nicht aufheizen. Dadurch kann auf den Einbau einer Klimaanlage verzichtet werden oder zumindest die Laufzeit der Anlage verkürzt und Energie eingespart werden.

  1. Die Sonne nicht ins Gebäude lassen.
    Außenliegende Verschattungen reduzieren den Wärmeeintrag deutlich, im Vergleich zu einem innenliegenden Sonnenschutz (dazu gehören auch schattenspendende Bäume).
  2. Innere "Lasten" (Energieverbraucher) reduzieren.
    Geräte wie Fernseher, Computer, Backofen usw. erzeugen Abwärme.
  3. Untertags Fenster zu, nachts Lüften.
    Am besten nachts die kühle Luft in die Räume lassen und tagsüber die Hitze aussperren.

Die Hitze wirkt sich auch auf unser Energiesystem aus

An heißen Tagen steigt der Energiebedarf für Kühlgeräte deutlich. Der Kühlbedarf für Gebäude nimmt durch den Klimawandel alle 10 Jahre um ca. 10 % zu. Im Vergleich dazu nimmt der Heizbedarf alle 10 Jahre um 3 % ab.  Durch den enormen Anstieg des Kühlbedarfs ist es besonders wichtig, dass Klimageräte mit erneuerbarer Energie zum Beispiel aus Photovoltaik betrieben werden. Eine ideale Kombination, da gerade an heißen Sommertagen viel Sonne für die Stromproduktion zu Verfügung steht.

Klimaanlagen können jedoch nicht nur für das Energiesystem eine Belastung sein, sondern verursachen auch Abwärme. Besonders in dicht bebauten Gebieten, die sich ohnehin durch die stark verbaute Fläche aufheizen, tragen Klimaanlagen zur zusätzlichen Wärmebelastung bei. Begrünungen können helfen durch Verdunstung die Temperatur im Freien zu reduzieren und das Mikroklima zu verbessern. Lesen sie mehr im Thema Begrünungen.

Mehr Informationen zum Thema Kühlung und Bauen im Klimawandel finden Sie unter Klimafittes Haus.

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