Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ
Energieberatung

Begrünungen – die natürliche Klimaanlage

Begrünungen sind wahre Alleskönner und ihre Vorteile sind groß. Sie helfen die Temperatur zu reduzieren, Wasser und Staub zu binden, Lärm zu absorbieren und bieten Nahrung und Lebensraum für Bienen, Insekten und Vögel.

Hausbegrünung durch Kletterpflanzen

Warum Begrünungen?

Die Klimakrise bringt in Niederösterreich eine massive Zunahme der Hitze aber auch vermehrte Starkniederschläge. Hinzu kommen das voranschreitende Insektensterben bzw. Bienensterben und die Reduktion des Lebensraumes für viele Nützlinge und Vögel. Begrünungen können einen Beitrag zu den genannten Herausforderungen leisten.

Die Kühlleistung von Begrünungen

In Zukunft werden wir uns auf immer heißere Sommer einstellen müssen. Begrünungen helfen uns die Temperatur zu senken, egal ob am Dach, an der Fassade, rund um ein Gebäude oder auf öffentlichen Plätzen. Begrünte Flächen sind im Vergleich zu unbegrünten Oberflächen zwischen 8 und 19 °C kühler.

Eine begrünte Fassade (20 m Höhe) mit Kletterpflanzen verdunstet täglich 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter. Das ist eine Kühlleistung von rund 280 kWh pro Fassade und Tag. Zum Vergleich: Wenn eine Klimaanlage mit 2,5 kW Kühlleistung 10 Stunden läuft, wird eine Kühlleistung von rund 25 kWh erzielt.

Begrünungen nehmen Wasser auf und geben es langsam wieder ab

Eine Dachbegrünung nimmt etwa 50 bis 90 % des Niederschlages auf. Pro Quadratmeter kann die Füllmenge einer Badewanne aufgenommen werden. Dieses Wasser wird entweder von Pflanzen verdunstet oder langsam an die Kanalisation abgegeben.

Fassadenbegrünungen und Kletterpflanzen

Kletterpflanzen stehen oft in der Kritik Fassaden zu schädigen. Studien haben jedoch gezeigt, dass dies nur dann zutrifft, wenn vor der Begrünung bereits Schäden am Mauerwerk vorhanden waren. Eine Begrünung schützt ein intaktes Mauerwerk vor Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen und Niederschlag.

Die einfachste Form der Fassaden-Begrünungen sind Selbstklimmer, wie Wilder Wein, der durch seine Haftscheiben hinauf wächst oder Efeu, der sich mit seinen Wurzeln fixiert. Der große Vorteil von Selbstklimmern ist, dass die Pflanzen ohne Hilfe Fassaden und Mauern begrünen. Wichtig ist, dass die Konstruktion zusätzliches Gewicht aushält und der Putz intakt ist.

Fassadenbegrünung

Eine weitere Möglichkeit Fassaden zu begrünen sind Gerüstkletterer. Dazu zählen jene Pflanzen die eine Rankhilfe benötigen. Hier liegt der Vorteil darin, dass die Pflanze nicht mit dem Mauerwerk in Berührung gelangt und ein Bewuchs durch die Rankhilfe vorgegeben wird. Werden Schnüre gespannt können zum Beispiel Schlinger und Winder - wie das Geisblatt - gepflanzt werden. An Rankhilfen können Clematis oder Hopfen in die Höhe wachsen.

Den Möglichkeiten von Fassadenbegrünungen sind keine Grenzen gesetzt und die Gestaltung reicht von einfachen Lösungen bis zu hoch technischen Varianten mit Bewässerungssystemen. Eine Kletterpflanze um wenige Euro von einer Gärtnerei aus der Region entfaltet sich bereits nach ein paar Jahren zu einem Hingucker.

Dachbegrünungen

Bei Dachbegrünungen werden extensive und intensive Begrünungen unterschieden, wobei die Aufbauhöhe des Substrats entscheidend ist. Werden nur wenige Zentimeter Substrat bei der Begrünung verwendet (in etwa 5cm), können nur niedrige trockenresistente Pflanzen - wie Sedum-Arten oder Gräser - eingesetzt werden und man spricht von einer extensiven Dachbegrünung. Bei intensiven Begrünungen (Substrathöhe etwa 20 bis 35 cm) können sogar Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Auch Dachbegrünungen tragen positiv zur Kühlung von Gebäuden bei, da sich begrünte Flächen weniger stark aufheizen.

Blumenwiesen

Blumenwiesen schaffen eine bunte Farbenvielfalt mit schönen Blütenformen und bieten Lebensraum und Nahrung für nützliche Insekten wie Bienen und Co.

Das Anlegen einer Blumenwiese ist ganz einfach, ähnlich wie das Anlegen eines Rasens. Im Fachhandel gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Saatgutmischungen, wichtig dabei ist auf heimische Sorten zu achten.

Neben Naturschutz-Aspekten haben Blumenwiesen den Vorteil, dass sie nur zweimal im Jahr gemäht werden müssen. Das reduziert den Pflegeaufwand im Vergleich zu einem Rasen enorm und sieht auch bei großer Hitze und Trockenheit gut aus.

Werden Blumenwiesen auf öffentlichen Flächen wie beispielsweise entlang von Straßen oder in Parks angelegt, ist es besonders wichtig auf die ökologischen Vorteile für Nutzlinge hinzuweisen. Dies ist ganz einfach durch Schilder oder Infotafeln möglich.

Staudenbeete

Staudenbeete sind ebenfalls eine farbenfrohe Alternative zu kurz geschnittenem Rasen und bieten Bienen, Insekten und Vögel Nahrung. Bei Starkregen können Staudenbeete dank eines durchlässigen Bodens viel Wasser aufnehmen. Egal, ob im eigenen Garten, vor dem Haus in Rabatten oder auf öffentlichen Flächen in der Gemeinde, Staudenbeete leisten überall einen wertvollen Beitrag zu Biodiversität. Sobald die Beete angewachsen sind und sich die Stauden gut entwickelt haben, reduziert sich der Pflegeaufwand im Vergleich zu einem Rasen deutlich.

Staudenbeet neben Straße
Staudenbeete sind eine farbenfrohe Alternative zu kurz geschnittenem Rasen

Alleen

Allen und Bäume sind die Klimaanlagen der Straßen und Plätze. Ein einzelner ausgewachsener Baum im Alter von 80 Jahren kann bis zu 500 Liter Wasser pro Tag verdunsten und damit die Umgebung angenehm kühl halten. Jede/r von uns weiß, wie angenehm es unter einem großen Baum in einem Gastgarten ist.

Fazit

Egal, ob im eigenen Garten, auf öffentlichen Plätzen oder entlang von Straßen. Die Devise sollte lauten begrünen, begrünen, begrünen. Die Klimakrise mit ihren Folgen für Mensch und Natur kommt in großen Schritten auf uns zu. Mit Begrünungen können die negativen Folgen reduziert werden.

Werden Sie jetzt aktiv und pflanzen Sie Vielfalt. Bei großer Hitze freuen wir uns über einen schattenspendenden Baum in dem Vögel zwitschern, egal ob entlang der Straße vorm Haus oder im Garten. Ein Streifen Blumenwiese im Garten bietet Lebensraum für Schmetterlinge und Bienen und spart noch dazu Zeit beim Mähen. Selbst auf der Fensterbank lassen sich bienenfreundliche Kräuter zum Kochen, wie zum Beispiel Oregano, Salbei oder Thymian, anbauen.

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