Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Starkniederschlag und Wetterextreme in NÖ

Durch die fortschreitende Klimakrise kommt es in Niederösterreich vermehrt zu Wetterextremen – wie Überschwemmungen und Hochwasser – durch Starkregen. Schon jetzt sollten wir dagegen Schutzmaßnahmen treffen. Gleichzeitig kommt es durch längere Hitzeperioden und Wind zu Trockenheit und Bodenerosion.

Starkregen

Für viele ist der Blick aus dem Fenster an einem grauen verregneten Tag kein freudiger Anblick. Niederschlag ist jedoch für viele Bereiche lebensnotwendig. Ein regelmäßiger und nicht zu intensiver „Landregen“ wäre optimal um Tier- und Pflanzenwelt, Land- bzw. Forstwirtschaft und den Menschen mit Wasser zu versorgen.

Durch die Klimakrise wird sich nicht nur die Temperatur in NÖ, sondern auch der Niederschlag ändern. Die Veränderungen der Niederschlagsverhältnisse sind deutlich schwieriger zu berechnen als die Veränderung der Temperatur. Dennoch sind die Auswirkungen auf den Niederschlag in vielen Klimamodellen untersucht und hier zusammengefasst.

Der Jahresniederschlag in NÖ

Ein wichtiger Parameter in Bezug auf den Niederschlag ist der Jahresniederschlag. Die Angabe erfolgt in mm und bezeichnet die gesamte Niederschlagshöhe eines Jahres. Die Grafik unten zeigt die Entwicklung der Jahresniederschlagssummen in NÖ. Bei den oberen drei Karten handelt es sich um die zukünftige Entwicklung in NÖ bei hohen Klimaschutzanstrengungen (Szenario RCP4.5) und einem globalen Temperaturanstieg von 2,6 °C. Die unteren Szenarien beziehen sich auf geringe Anstrengungen im Klimaschutz (Szenario RCP8.5). Die Änderungen beziehen sich immer auf den Beobachtungszeitraum zwischen 1981 und 2010. Vor allem in den alpinen Regionen ist davon auszugehen, dass der Niederschlag zunehmen wird (dunkelblau).

klimaniederschlag_jahresniederschlag-climamap-climate-change-impact-maps-for-austrian-regions

Die voraussichtliche Entwicklung der Jahresniederschläge in NÖ steht auch als pdf-Download zur Verfügung.

Trockenheit trotz Zunahme des Jahresniederschlags

Bei höheren Temperaturen benötigen Pflanzen, Böden und Gewässer mehr Wasser. Daher ist eine Zunahme des Jahresniederschlags eine an sich erfreuliche Nachricht. Der Jahresniederschlag gibt jedoch keine Auskunft über Zeitpunkt und Intensität. Er beschreibt lediglich wie viel Niederschlag in einem Jahr fällt. Daher ist es wichtig, sich auch Stark- und Sommerniederschlag anzusehen. Denn trotz Zunahme des Jahresniederschlags werden wir in Zukunft mit teilweiser massiver Trockenheit zu kämpfen haben.

Die klimawandelbedingte Zunahme der Hitze und die damit verbundenen Trockenperioden führen in Kombination mit einem höheren Windaufkommen zum Austrocknen der Böden. Bei Starkniederschlägen kann der Boden diese Wassermassen nicht aufnehmen und das Wasser fließt ungenutzt ab. Nicht nur in der Land- und Forstwirtschaft, sondern auch für viele GartenbesitzerInnen ist die Trockenheit bereits heute ein Problem. In Zukunft wird die Trockenheit noch weiter zunehmen.

Starkniederschläge werden zunehmen

Starkniederschlag bzw. Starkregen wird eine Mindestmenge von 5 mm Niederschlag in 5 Minuten oder 10 mm in 20 Minuten bezeichnet. Das bedeutet, dass innerhalb von einer kurzen Zeit eine große Menge Regen fällt. Dies kann zu kleinräumigen Überschwemmungen, Bodenerosion und Hochwasser führen. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat die Jahre 1963–2006 verglichen und prognostiziert für 2007–2051 eine Zunahme bei 30-jährlichen Niederschlagsereignissen um 17–26 %. Die Karte zeigt die Anzahl der Tage im Jahr, an denen die Niederschlagssumme größer bzw. gleich 20 mm ist und die Entwicklungen der Starkniederschlagstage bis 2100. Auch hier zeigt sich, dass vor allem alpine Bereiche von einer Zunahme betroffen sind.

Grafik der Zunahme von Starkniederschlägen in den nächsten 100 Jahren bei unterschiedlichen Anstrengungen zum Klimaschutz.

Die voraussichtliche Entwicklung der Starkniederschläge in NÖ steht auch als pdf-Download zur Verfügung.

Schäden durch Starkregen

Durch die Zunahme an Wetterextremen, wie Starkregen, kommt es immer öfter zu Schäden an Infrastruktur wie Gebäuden oder Straßen aber auch die Gefahr für Menschen steigt. Die Flächen werden durch die Bebauung immer mehr versiegelt und Regenwasser kann vor Ort nicht versickern, sondern wird durch Entwässerungssysteme abgeleitet. Wasser, das in Kanalisation und Bäche geleitet wird, fließt rasch ab. Orte, die unterhalb der Bäche oder Flüsse liegen sind dann von Überflutungen betroffen. Daher ist es besonders wichtig, Regenwasser direkt versickern zu lassen und so wenig wie möglich in Kanalisation oder Gewässer einzuleiten, um Probleme durch Starkregen zu reduzieren.

Schutzmaßnahmen

Bei Trockenheit und Hitze ist es besonders wichtig Regenwasser vor Ort zu speichern und zu versickern. Nur so haben Pflanzen und der Boden während Hitzeperioden ausreichend Wasser zur Verfügung. Eine Vielzahl von Begrünungsmaßnahmen können im eigenen Garten aber auch in Gemeinden und Städten gesetzt werden.

Regenwasser im eigenen Garten nutzen

Im eigenen Hausgarten ist wichtig, dass das Regenwasser nicht in den Kanal geleitet wird, sondern in Regentonnen gesammelt oder auf eigenen Grund versickern kann. Solche Maßnahmen reduzieren den Zukauf von Trinkwasser und entlasten die Kanalisation, die besonders bei Starkregen an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich in vielen Gemeinden Kanalabgaben reduzieren, wenn Regenwasser auf Eigengrund versickern kann.

Schaffung von Wasserrückhalteräumen in Städten und Gemeinden

Um Schäden durch Überflutungen bei Starkregen zu reduzieren, kann das Schwammstadt-Prinzip angewandt werden. Das bedeutet, dass Freiflächen Wasser wie ein Schwamm aufnehmen können. Bodenbeläge sind gepflastert, damit dazwischen Wasser versickern kann. Baumscheiben, Blumenrabatte oder Wiesenflächen sind so angeordnet, dass Regenwasser von Parkplätzen, Straßen und Gehsteigen hineinfließen kann.

Möchten Sie mehr Information?

Aktuelle Informationen, Tipps und Veranstaltungshinweise - mit dem Energie in NÖ - Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden.

Anmelden