Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Lust auf Stromsparen?

Von der Heizung bis zum Eierkocher - mit Strom betriebene Geräte erleichtern Tag und Nacht unsere Hausarbeit. Wollen Sie Ihrem Stromzähler öfter einen Kurzurlaub gönnen, dabei aber nicht auf den gewohnten Komfort verzichten? Hier finden Sie die „Top Ten“ der Spartipps.

Stromzähler, Sparschwein, Geldmünzen

Bevor wir loslegen, schauen wir doch einmal wie viel Sie sparen können. Vergleichen Sie Ihren Stromverbrauch mit der Grafik. Unsere Tipps zeigen wie Sie in den grünen Bereich kommen. 1.000 kWh Einsparung bringen immerhin etwa 200 Euro Ersparnis pro Jahr.

Grafik von niedrigen bis hohen Jahresstromverbräuchen für 1 bis 4 Personen-Haushalte.

1. Warmwasser

Warmwasserbereitung mit Strom ist einfach aber teuer. Pro Person kostet sie etwa 200 Euro im Jahr, oft das dreifache gegenüber anderen Systemen. Nur bei geringem Verbrauch oder bei sehr hohem Aufwand für eine Ersatzinstallation macht sie Sinn.

Kauftipps

Eine Photovoltaikanlage kann den Stromverbrauch Ihrer Warmwasserbereitung stark reduzieren. Auch ein Boiler mit Wärmepumpe oder die Kombination mit einer Solaranlage sind energiesparende Alternativen. Die Profis von der Energieberatung NÖ informieren Sie kostenlos, wann ein Wechsel sinnvoll ist.

Spartipps

  • Duschen statt Baden, wassersparende Armaturen verwenden.
  • Die Temperatur des Speichers auf 50 °C begrenzen.
  • Mit Photovoltaik einen Teil des Stromes selbst erzeugen.
  • Einen Boiler mit Wärmepumpe installieren.
  • Einen Boiler in Kombination mit einer Solaranlage installieren.
  • Wenn eine Zirkulationspumpe eingebaut ist: Mit Zeitschaltuhr oder Fernsteuerung die Betriebszeiten festlegen.

2. Kühlen & Gefrieren

Spröde Türdichtungen und schlechte Dämmung lassen den Stromverbrauch von alten Kühl- und Gefriergeräten immer wieder auf über 500 kWh/Jahr ansteigen. Ein vergleichbares Top-Gerät braucht um 60 % weniger Strom und hat sich durch die Einsparung in 8 Jahren selbst finanziert. 

Kauftipps

  • Geräte mit bester Effizienzklasse zahlen sich aus, sie brauchen bis zu 60 % weniger Energie als durchschnittliche Geräte. Auf topprodukte.at finden Sie die sparsamsten Geräte.
  • Besitzen Sie eine eigene Gefriertruhe, benötigen Sie beim Kühlschrank kein Gefrierfach. Kühlschränke ohne Gefrierfach brauchen rund 25 % weniger Strom.
  • Achten Sie auf die richtige Größe. Beim Kühlschrank gelten 60 Liter Inhalt pro Person als ausreichend. Gefriergeräte sollten ganzjährig zu mindestens zwei Drittel gefüllt sein.

Spartipps

  • Besitzen Sie ein altes Gerät? Überprüfen Sie den Stromverbrauch mit einem Energiemessgerät. Die Geräte können Sie meist kostenlos beim Energieversorger ausleihen. 
  • Temperatur prüfen: Für Kühlgeräte werden + 6 °C und bei Gefriergeräten –18 °C empfohlen. Niedrigere Temperaturen steigern die Stromkosten.
  • Gefrorenes im Kühlschrank auftauen, das hält ihn kostenlos kalt.
  • Warme Speisen erst abkühlen, dann in den Kühlschrank. Tür möglichst kurz öffnen.
  • Wenn möglich, Kühl- und Gefriergeräte an einem kühlen Ort aufstellen, vor allem nicht neben Herd oder Heizkörper. Bei Einbaugeräten darauf achten, dass die Lüftungsgitter frei sind.

3. Wäsche waschen

Den meisten Strom braucht Ihre Waschmaschine für das Aufheizen des Wassers. Also runter mit der Temperatur. Mit den heutigen Waschmitteln wird die Wäsche schon bei 30 °C sauber.

Kauftipps

  • Die besten Geräte zum Vergleich gibt es auf topprodukte.at.
  • Wenn Sie einen Trockner verwenden, achten Sie auf Schleuderzahlen von mind. 1400 U/min.
  • In Kombination mit einer Solaranlage ist eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss eine optimale Wahl.

Spartipps

  • Temperatur runter: Ein Waschvorgang mit 30 °C reinigt effektiv.
  • Kurzprogramm verwenden: Eine Vorwäsche ist nur in Ausnahmefällen, z.B. bei berufsbedingter starker Verunreinigung der Wäsche, nötig.
  • Volle Ladung: Bei halber Beladung ist zwar der Wasser- und Stromverbrauch geringer als bei Vollbeladung – aber nicht um die Hälfte.

4. Wäsche trocknen


Verschiedene Kleidungsstücke auf einer Wäscheleine im Freien.

Wäscheleine statt Trockner ist die effizienteste Wahl - am besten im Freien oder in einem gut durchlüfteten Raum. Im Winter kann das Lufttrocknen in Wohnräumen Schimmel verursachen. Dann einen Kondensationstrockner mit Wärmepumpe verwenden. Diese Trocknerart ist effizient und gibt keine Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

Kauftipps

  • Ein Trockner mit bester Energieeffizienzklasse verbraucht nur halb so viel Strom wie ein herkömmlicher Trockner. Jeder Trocknungsvorgang spart etwa 40 Cent. Der höhere Anschaffungspreis lohnt sich.
  • Waschtrockner, eine Kombination aus Waschmaschine und Trockner, sind nur bei Platzmangel zu empfehlen.

Spartipps

  • Die Wäsche am besten im Freien oder in einem gut durchlüfteten Raum trocknen.
  • Wäsche in der Waschmaschine mit höchster Tourenzahl vorschleudern: Je weniger Restfeuchte, desto besser.
  • Bei der Verwendung von Wäschetrocknern:
    • Empfohlene Füllmenge beachten. Volle Beladung = volle Effizienz.
    • Flusensieb nach jedem Trocknungsvorgang reinigen.
    • Ein Trockner mit Knitterschutz kann anschließendes Bügeln ersparen: Ihr Zeit- und Energiegewinn!

5. Geschirr spülen

Mit einer niedrigen Waschtemperatur wird die meiste Energie gespart. Besitzt man eine Solaranlage, zahlt sich ein Warmwasseranschluss für den Geschirrspüler aus.

Kauftipps

  • Mit dem neuen Energielabel ist der Vergleich einfach. Auf topprodukte.at finden Sie die sparsamsten Geräte.
  • Wenn Sie eine Solaranlage haben, fragen Sie beim Kauf, ob das Gerät an die Warmwasserleitung angeschlossen werden kann. Der Anschluss ist meist sehr einfach und bringt 30 bis 50 Prozent Stromersparnis. Auch die Spülzeit verringert sich um etwa 10 Minuten.

Spartipps

  • Energiesparprogramm oder niedrige Temperatur. Das Aufheizen braucht die meiste Energie.
  • Volle Ladung: Geschirrspüler erst einschalten, wenn er voll beladen ist.
  • Geschirr vor dem Beladen nur kalt und nicht mit Warmwasser abspülen

6. Kochen & Backen

Kochtöpfe mit Deckel

Der Elektroherd verbraucht neben Kühlschrank und Gefriertruhe die meiste Energie im Haushalt. Mit den folgenden Tipps können auch sparsame Kochfreaks tolle Gerichte auf den Tisch zaubern.

Kauftipps

  • Bei den Elektroherden liegen Induktionsherde vor dem Cerankochfeld, das wieder besser als gusseiserne Kochplatten ist. Gasherde arbeiten ebenfalls sehr effizient.
  • Backöfen mit Pyrolysefunktion sind besser gedämmt und dadurch energiesparender. Bei der Pyrolyse wird der Backofen auf sehr hohe Temperaturen aufgeheizt, die Verunreinigungen spalten sich auf, die Asche lässt sich leicht entfernen.
  • Dampfgarer sparen ebenfalls Energie.

Spartipps fürs Kochen

  • Immer einen Deckel verwenden.
  • Herdplatte entsprechend der Topfgröße auswählen.
  • Früher abschalten – Restwärme nutzen.
  • Wasserkocher und Eierkocher sind sparsamer als ein Wassertopf am Herd.
  • Bei längeren Kochzeiten empfiehlt sich ein Druckkochtopf.
  • Bei kleinen Portionen ist die Mikrowelle am effizientesten.

Spartipps fürs Backen

  • Heißluftfunktion nutzen: Die Temperatur kann gegenüber Oberhitze um 20 °C gesenkt werden. Es können mehrere Bleche gleichzeitig eingesetzt werden.
  • Auf Vorheizen verzichten und früher abschalten – Restwärme nutzen.
  • Pyrolyse braucht viel Strom, deshalb nur alle paar Monate verwenden.

7. Beleuchtung

In keinem anderen Bereich lässt sich so einfach Strom sparen wie bei der Beleuchtung. Moderne LED-Lampen sind billig und 7-mal effizienter als Glühbirnen. LEDs gibt es in den verschiedensten Ausführungen für alle Einsatzzwecke.

Kauftipps

  • Wählen Sie die passende LED-Lampe aufgrund der notwendigen Leuchtstärke aus. Sie ist auf der Verpackung in Lumen angegeben. In der Tabelle sehen Sie den Zusammenhang zwischen der Leuchtstärke und den entsprechenden Watt-Angaben für Glühlampen und LED-Lampen.
Helligkeit Glühlampe LED
250 Lumen 25 Watt 3 Watt
470 Lumen 40 Watt 6 Watt
806 Lumen 60 Watt 9 Watt
1055 Lumen 75 Watt 11 Watt
1521 Lumen 100 Watt 14 Watt
  • Achten Sie auf die richtige Lichtfarbe, sie ist in Kelvin (K) angegeben. Im Wohnbereich sind warmweiße Lichtfarben (2.800 - 3.200 K) empfehlenswert, im Büro wird neutralweiß eingesetzt. Lichtfarben über 5000 K (kaltweiß) werden in Strahlern oder bei der Straßenbeleuchtung verwendet.
  • Ein hoher Farbwiedergabeindex (CRI oder RA) garantiert, dass Farben fast wie bei Tageslicht wahrgenommen werden. Gute Produkte liegen bei 90 %.

Spartipps

  • Ersetzen Sie Glühbirnen und 230 Volt-Halogenspots Ihrer Hauptbeleuchtung durch LED-Lampen. Sie sparen umso mehr, je länger sie eingeschaltet sind. Alte Glühlampen können in weniger genutzten Orten (Keller, Heizungsraum, Dachboden) eingesetzt werden.
  • Vermeiden Sie Deckenfluter, sie verbrauchen sehr viel Energie, weil sie eine große Fläche indirekt ausleuchten. Setzen Sie vielmehr stimmungsvolle Akzente mit gezielter Beleuchtung.
  • Beim Tausch von Niedervolt-Halogenlampen muss auch der Trafo getauscht werden. Genaue Informationen dazu liefert der Lampenfachhandel.
  • Leuchtstoffröhren eignen sich für Bereiche, in denen man sich länger aufhält, Aufwärmzeiten bis zur vollen Helligkeit akzeptabel sind und die Farbwiedergabe nicht wichtig ist.

8. Heizungspumpen

Still und heimlich verbrauchen alte Heizungspumpen oft unnötig Strom. Sie haben einen ineffizienten Antriebsmotor und laufen zum Teil mit zu hoher Leistung. Effiziente Pumpen sind elektronisch geregelt und können die Leistung an den Wärmebedarf anpassen. Der Austausch lohnt sich!

Kauftipps

  • Alte Heizkreispumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzen. Die Kosten sind oft schon nach 4 bis 5 Jahren eingespart. Ihr Installateur/Ihre Installateurin kann Ihnen sagen, bei welchen Pumpen ein Tausch sinnvoll ist.

Spartipps

  • Mit der Heizung auch die Heizungspumpe ausschalten, falls dies nicht automatisch mit dem Abschalten der Heizung passiert.
  • Viele alte Pumpen haben drei Einstellungsmöglichkeiten. Die höchste Stufe verbraucht am meisten Energie und ist nicht immer notwendig. Probieren Sie aus, ob eine niedrigere Stufe genügt.

9. Klimageräte

Ein durchschnittliches Klimagerät verursacht im Monat Stromkosten wie eine effiziente Kühl-/Gefrierkombination im ganzen Jahr, nämlich bis zu 40 Euro. Überlegen Sie, ob eine ausreichende Verschattung als Mittel gegen die Überwärmung ausreicht.

Kauftipps

  • Stationäre Split-Geräte verwenden. Diese Geräte kühlen effizient. Optimal werden sie mit Ökostrom betrieben (z. B. Photovoltaik-Anlage).
  • Vermeiden Sie mobile, ineffiziente Geräte mit Abluftschlauch. Wenn es unbedingt ein mobiles Gerät sein muss, bestehen Sie auf Geräte mit Zweischlauch-System.
  • Auf topprodukte.at finden Sie die effizientesten Geräte.

Spartipps

  • Halten Sie die Fenster während des Tages bei Hitze unbedingt geschlossen. Ein Luftzug bringt nur kurzfristige Erleichterung, dann steht die Hitze im Raum. Lüften Sie erst in den kühleren Nachtstunden.
  • Außen liegender Sonnenschutz ist effektiver als innen liegender. Außenjalousien halten fast die ganze Hitze ab. Auch Laubbäume vorm Fenster sind sehr effektiv, im Winter verlieren sie ihr Blätterwerk und lassen die Wintersonne ins Haus.
  • Stellen Sie Klimageräte nicht zu kalt ein! Maximal 6 Grad Celsius Differenz von Raumtemperatur zu Außentemperatur ist ratsam. Zu tiefe Temperaturen bewirken Erkältungen und Kreislaufprobleme. Fragen Sie dazu Ihre/n Ärztin und Arzt. Ausgeglichene Raumtemperatur schont Geldbörse und Umwelt.

10. Stille Stromfresser

Ohne, dass Sie davon wissen, verbrauchen manche Geräte im Haushalt viel Strom. Wir haben eine Liste der möglichen Stromfresser zusammengestellt. Eine genaue Analyse können Sie bei der Energieberatung NÖ durchführen lassen, kostenlos und firmenunabhängig.

  • Versteckte Elektroheizungen: Frostwächter, beheizte Wasserrohre und Regenrinnen, elektrischer Handtuchtrockner usw.
  • Geräte, die immer im Bereitschaftsmodus sind: EDV, Internet-Router, Fernseher, Stereoanlage, Geräte mit Zeitanzeige, usw. Zusammen verursachen sie bis zu einem Viertel unserer Stromkosten.
  • Aquarium: Für Beleuchtung, Heizung und Filterpumpe. Für ein Aquarium mit 200 Liter Fassungsvermögen müssen Stromkosten von 200 bis 250 Euro pro Jahr kalkuliert werden.
  • Wasserbetten müssen zur Vermeidung von Schimmelpilz auf 26-28 °C beheizt werden. Etwa 400 kWh bzw. 80 Euro sind dafür pro Jahr nötig.
  • Wellness: Der Stromverbrauch von Swimmingpool im Garten, Sauna, Solarium oder Infrarotkabine kann zu hohen Stromrechnungen führen. Zum Beispiel betragen die Stromkosten für die Umwälzpumpe eines Schwimmbades im Schnitt 100 Euro pro Jahr.
  • Übermäßige Weihnachtsbeleuchtung verursacht selbst mit energiesparenden LED-Lampen hohe Kosten. Weniger ist hier mehr, dezent ist schöner.
  • Entfeuchter sollen nicht als Dauerlösung verwendet werden. Im Dauerbetrieb verursachen sie je nach Entfeuchtungsleistung Kosten von 300 bis 600 Euro im Jahr.

Spartipps

  • Prüfen Sie, ob Elektroheizungen mit einer Zeitschaltuhr bedarfsgerecht betrieben werden können.
  • Stopp dem Standby: Mit schaltbaren Steckerleisten oder Master-Slave-Schaltern können Sie unbenutzte Geräte ganz vom Stromnetz trennen. In den Bedienungsanleitungen steht, ob dadurch gespeicherte Daten verloren gehen.
Nahaufnahme einer schaltbaren Steckerleiste mit einem roten Ein-/Ausschalter im Vordergrund.
Mit schaltbaren Steckerleisten können unbenutzte Geräte vom Stromnetz getrennt werden. Das vermeidet unnötige Standby-Verluste.
  • Der Computer braucht auch im sogenannten Stromsparmodus Energie, ganz ausschalten ist besser. Das gilt auch für den Monitor, ein Bildschirmschoner ist nicht notwendig.
  • Beim Fernseher haben Kontrast und Helligkeit Einfluss auf den Energieverbrauch. Diese Werte sind oft zu hoch eingestellt, passen Sie sie Ihren Lichtverhältnissen an.
  • Die Umwälzpumpen von Schwimmbädern können mit Zeitschaltuhren betrieben werden. Auch die regelmäßige Filterreinigung senkt den Stromverbrauch.
  • Mit einer Photovoltaikanlage können Sie einen guten Teil des Stromes selbst erzeugen. Speziell bei Schwimmbädern liefert sie zeitgenau dann Strom, wenn er benötigt wird.

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