Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich
Energieberatung Niederösterreich

Ergebnisse des Weltklimarates COP 26

Der "Klimapakt von Glasgow" steht und er ist ein wichtiger - wenn auch vieldiskutierter - Schritt auf unserem Weg zur Energiewende und zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens. 

COP 26 Logo
Das Logo der UN-Klimakonferenz.

Die UN-Klimakonferenz (auch COP 26 genannt) fand von 31. Oktober bis 13. November 2021 in Schottland / Glasgow statt. Kein leichtes Ringen, wenn sich rund 200 Staaten auf ein gemeinsames Vorgehen einigen müssen und ein Konsens geschaffen werden muss. Erklärtes Ziel der Klimakonferenz war es Maßnahmen zu definieren, wie das Pariser Klimaschutzabkommen - also die Begrenzung der Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit - auch wirklich erreicht werden kann.

Schritt für Schritt

Dazu braucht es weltweit die Energiewende - also den Ausstieg aus fossilen Energieträgern (Erdöl, Erdgas und Kohle).  Insofern kann der in der Schlussentscheidung verankerte schrittweise Ausstieg aus Kohleverbrennung als Erfolg gewertet werden - denn bislang fand die Kohleenergie noch nie Erwähnung in den COP 26 - Abschlussprotokollen. Zusätzlich wurde die Abschaffung von ineffizienten Förderungen der fossilen Energieträger Kohle, Gas und Öl beschlossen. Auch in Punkto Mobilität einigten sich mehr als 20 Staaten - auch Österreich -  auf ein Aus für die Verbrennungsmotoren bei PKWs. Das Ziel heißt: ab 2035 sollen nur noch emissionsfreie Neuwägen verkauft werden.  

Gemeinsames Ziel 

Im Abschlussdokument der COP 26 bekennen sich die rund 200 Staaten dazu gemeinsam das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen und wollen zu diesem Zweck bis zum Ende des Jahres 2022 ihre vorhandenen Klimaschutzpläne für dieses Jahrzehnt entsprechend nachschärfen. Der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen muss global gesehen bis 2030 um 45 Prozent sinken, damit das 1,5-Grad-Ziel erreichbar bleibt. 

Fossile Energieträger als Auslaufmodell

Auch wenn ein großer Teil der COP 26-Staaten lieber ein generelles Aus für die Kohlenutzung gesehen hätte - konnte aufgrund des Druckes von China und Indien - "nur" das schrittweise Verringern festgelegt werden. Beachtet man allerdings die Tatsache, dass noch in keiner vorhigen Schlussentscheidung die Kohlenutzung überhaupt als einer der Haupttreiber des Klimawandels genannt wurde, kann dies trotzdem als Erfolg gewertet werden. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Richtung Energiewende, auch wenn noch nicht alle Staaten den generellen Ausstieg klarer festlegen wollten.

Verdoppelte Finanzhilfen

In der Schlussentscheidung wird festgehalten, dass der Klimawandel immer mehr Schäden verursacht - Dürren, Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen nehmen weltweit zu. Sowohl für Schadensbeseitigung als auch für Anpassung an die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels wird in Zukunft mehr Geld nötig sein. Vor allem für arme Staaten soll es daher höhere Finanzhilfen geben, damit sich die betroffenen Regionen an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Diese Finanzmittel sollen bis 2025 verdoppelt werden. Außerdem wird ein Geldtopf für Hilfe bei Klimaschäden eingerichtet, der vor allem Entwicklungsländern und ärmeren Staaten helfen soll. Die Staaten - vor allem die wohlhabenderen Industrieländer - sind aufgerufen Geld in den Topf einzuzahlen, um dafür zu sorgen, dass ausreichende Finanzen für die "technische Unterstützung" bereit stehen im Falle von Klimaschäden. 

Regelung für Klimaschutz

Auch das sogenannte "Regelbuch für das Pariser Abkommen" ist nun komplett und unterstützt bei der Umsetzung des Pariser Abkommens. Bei den beiden vorangegangenen Klimaschutzkonferenzen konnte dieses nicht fertiggestellt werden. Nun steht fest, dass künftig Klimaschutzziele alle fünf Jahre vorgelegt werden und deren Einhaltung nach einheitlichen, jetzt festgelegten Standards berichtet werden muss. Auch der umstrittene Absatz 6 des Pariser Klimaabkommens wurde nun genauer definiert: Dieser besagt, dass Staaten oder Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern finanzieren und sich die Emissionseinsparungen gutschreiben können. Dafür liegen nun solide Regeln vor, die Schummeleien im Klimaschutz verhindern helfen.

Hausaufgaben machen

Nun sind die einzelnen Länder und Staaten gefordert ihre Hausaufgaben zu machen - die generellen Rahmenbedingungen lt. Klimagipfel stehen fest. Aber die Umsetzung erfolgt immer in den Nationalstaaten. Klar ist, dass wir weiterhin bestmöglich an der Energie- und Verkehrswende arbeiten müssen und es Anstrengungen und konkrete Maßnahmen dafür braucht. Aber nicht nur die Politik hat hier Hausaufgaben zu machen - auch jede/r von uns kann dazu beitragen! Das sollten wir nicht aus den Augen verlieren! 

Der nächste Klimagipfel findet im November 2022 in Ägypten statt.

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